Dienstag 27.05.14, 17:06 Uhr

Linksfraktion mit Doppelspitze

Die Linksfraktion schreibt: »Bereits ein Tag nach der Kommunal- und Europawahl hat sich am Montag die neue Fraktion der Partei Die Linke in Bochum konstituiert. Die anwesenden Fraktionsmitglieder haben sich für eine quotierte Doppelspitze entschieden und wählten einstimmig Sevim Sarialtun und Ralf-D. Lange als Fraktionsvorsitzende.
„Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit im Bochumer Stadtrat mit unserer neuen Fraktion. Es ist zu erwarten, dass die rot-grüne Ratsmehrheit ihre Politik der Sozialkürzung und der Leuchtturm- Projekte fortsetzen wird“, erklärt Ralf-D. Lange. „Nun gilt es, mit den sozialen Bewegungen und den Menschen vor Ort Druck zu machen. Für soziale Gerechtigkeit und mehr Demokratie in Bochum.
Wir werden mit frischem Wind die etablierten Parteien vor uns hertreiben und für eine neue soziale Idee kämpfen. Die Linke wird Wort halten!“ Sevim Sarialtun ergänzt: „Der Einzug rechter und offen faschistisch auftretender Parteien im Bochumer Stadtrat ist ein Skandal. Dass in Dortmund eine Gruppe von 27 Neonazis versucht hat das Rathaus zu erstürmen, sollte auch für uns in Bochum ein Warnsignal sein. Wir werden auch in Zukunft sowohl im Stadtrat als auch auf der Straße Rechtspopulisten und Faschisten die rote Karte zeigen.“«

7 LeserInnenbriefe zu "Linksfraktion mit Doppelspitze" vorhanden:

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27. Mai. 2014, 19:24 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

Na dann treibt mal schön vor euch her. Aber warum nennt ihr nicht – aus dem Füllhorn eines dicken, durchdachten Programms – die wichtigen Punkte und Forderungen, mit denen ihr, um im revolutionären Bild zu bleiben, am Anfang eurer Ratsarbeit zum Treiben blasen wollt?

Und sagt nicht, wie ihr andere im Rat dafür gewinnen wollt, statt mit fünf Leuten nur (frischen?) Wind zu machen für (welche?) neue soziale Idee.

Wenn auf Phrasen Inhalte und Taten folgen,
kann das noch sehr erbaulich werden.

Ralf Feldmann


 

27. Mai. 2014, 19:27 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang Wendland:

Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!


 

27. Mai. 2014, 22:09 Uhr

LeserInnenbrief von Rita Campmann:

@ Ralf Feldmann & Wolfgang Wendland

Ihr habt in der innerparteilichen Auseinandersetzung verloren. Ihr habt Eure Mandate verloren. Jetzt verliert Ihr jegliche Contenance und präsentiert Euch als schlechte Verlierer.
Für neue Mandatsträger verlangt der demokratische Anstand eine 100-tägige Schonfrist. Ihr billigt nicht einmal 100 Stunden zu.
Vergesst Eure Wut und Enttäuschung und meldet Euch mit konstruktiven Vorschlägen in der Realpolitik zurück.


 

28. Mai. 2014, 01:49 Uhr

LeserInnenbrief von Wolfgang Wendland:

Ich habe kein Mandat verloren. Ich wollte kein Mandat. Mein Statement war nur ein Goethe-Zitat.


 

28. Mai. 2014, 12:43 Uhr

LeserInnenbrief von Ralf Feldmann:

“Was die Franzosen Contenance nennen, Haltung und Harmonie im äußeren Betragen, Gleichmütigkeit, Vermeidung alles Ungestüms, aller leidenschaftlicher Ausbrüche und Übereilungen, dessen sollte sich vorzüglich ein Mensch von lebhaftem Temperament befleißigen.”
-Adolph Freiherr Knigge: Über den Umgang mit Menschen, 5. Auflage, 1808-

Schön, dass sie im Lager der Linksfundamentalisten der Linken ihren Knigge kennen. Ob die neue Linksfraktion die etablierten Parteien mit Contenance vor sich hertreiben wird? Also mit Zurückhaltung, Enthaltsamkeit, Selbstbeherrschung, Gelassenheit und Besonnenheit in schwierigen Situationen der Interaktion und Kommunikation – mit steifer Lippe äußerster revolutionärer Korrektheit?

Das wäre neu und ein Treiben, das bewegt. Nochmals: Besser wäre zu sagen, was inhaltlich konkret die Linke vordringlich bewegen will. Gut vorbereitete Treiber_innen sind dazu allzeit bereit, nicht erst nach 100 Tagen Bedenkzeit. Es wäre unanständig, der neuen Fraktion das nicht zuzutrauen.

Ralf Feldmann


 

3. Jun. 2014, 10:47 Uhr

LeserInnenbrief von Sebastian Michaelis:

Mit Transparenz und Öffentlichkeit ist es ja wohl nicht weit her, wenn mal eben so hopplahopp hinter verschlossenen Türen “konstituiert” wird. Offensichtlich ist mit dem “frischen Wind” nicht jeder einverstanden. Wie anders könnte die Rücktrittserklärung des KV Sprechers sonst zu bewerten sein?


 

3. Jun. 2014, 21:54 Uhr

LeserInnenbrief von Christian Luhmer:

Interessant ist natürlich, dass es bisher keine Reaktion auf den Rücktritt gab. Vielleicht wirds ja auch weiterhin totgeschwiegen…?!


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