Mittwoch 26.03.14, 14:46 Uhr
Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst

Ver.di erhöht nochmals den Druck

Warnstreiks werden am Donnerstag ausgeweitet

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft alle ihre Mitglieder in den öffentlichen Betrieben und Dienststellen von Bund und Kommune für Donnerstag, den 27. 3. erneut zu ganztägigen Warnstreiks auf und erklärt: »Bereits am Mittwoch stehen in Bochum alle Räder still. „Die Kolleginnen und Kollegen bei der BOGESTRA sind ´wie ein Mann` dem Streikaufruf von ver.di gefolgt.“ erklärt Gudrun Müller, Geschäftsführerin im ver.di Bezirk Bochum-Herne. Kein Bus und keine Bahn sind aus dem Depot gefahren. „So wird es auch am Donnerstag sein.“ ist sich Müller sicher.
Die Tarifverhandlungen gehen am 31. März/ 01. April in die nächste Runde. „Damit es zu einem guten Abschluss kommt, werden die Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommune mit erneuten ganztägigen Warnstreiks noch einmal ein ganz klares Signal setzen.“ kündigt Müller an. „Dabei geht es den Kolleginnen und Kollegen um eine spürbare Reallohnerhöhung, aber auch um die Anerkennung ihrer anspruchsvollen Berufe.“
Ver.di kampfbereit
Am Donnerstag, 27. März  werden neben dem Nahverkehr dann auch wieder u.a. die Tarifbeschäftigten der Stadtverwaltung, des Umweltservice Bochum (USB), der Stadtwerke, der Sparkasse, des Schauspielhauses, des Akafö (Studentenwerk), der Knappschaft-Bahn-See (KBS), der Agentur für Arbeit, des Jobcenters sowie der LWL-Klinik Bochum ihre Arbeit niederlegen.
In bestimmten Bereichen wird am Donnerstag gar nichts mehr gehen. Das gilt ganz sicher für den Nahverkehr und die Abfallentsorgung. Die Bochumer Bürgerinnen und Bürger müssen sich aber auch auf erhebliche Beeinträchtigungen bei der Kinderbetreuung einstellen, denn die Mehrheit der städtischen Kitas wird geschlossen bleiben. Darüber hinaus werden die Abläufe u.a. in der Agentur für Arbeit, im Jobcenter sowie in den städtischen Bürgerbüros, Bibliotheken, Bädern, Turnhallen usw. gravierend eingeschränkt sein oder ebenfalls komplett zum Erliegen kommen. Auswirkungen wird der Warnstreik auch auf das Schauspielhaus haben; teilweise sind Aufführungen bereits abgesagt worden.
Mit 43 Bussen werden die streikenden Bochumer ver.dianer zur regionalen Kundgebung nach Dortmund (Südwall) gefahren. Weitere 1.000 Kolleginnen und Kollegen nutzen die Möglichkeit mit der Bahn anzureisen und ca. 100 Menschen werden sich im Fahrrad-Corso (ab Stadtwerke-Hochhaus) auf den Weg nach Dortmund machen.
„Wir bitten alle Bochumer Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und Solidarität!“ erklärt Gudrun Müller. „Wir wollen nicht sie treffen, sondern die Arbeitgeberseite.“ Aus Sicht des ver.di-Bezirks Bochum-Herne hätte die Bevölkerung von diesen Arbeitskampfmaßnahmen verschont bleiben können, wenn sich die Verantwortlichen im Arbeitgeberlager zu einem akzeptablen Abschluss am Verhandlungstisch bereit gezeigt hätten.
ver.di fordert eine Anhebung der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Für den Nahverkehr soll es darüber hinaus eine Zulage von 70 Euro monatlich geben, in den Krankenhäusern sollen die Nachtzuschläge von 15 Prozent auf das Niveau der Nachtzuschläge im TV öD (20 Prozent) angehoben werden. Gleichzeitig will ver.di mit den Arbeitgebern über einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen für alle Beschäftigten sowie über den Ausschluss von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen sprechen.«

 
 
 
 


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