Montag 17.03.14, 10:29 Uhr

Morgen: Warnstreik in Bochum

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ruft ihre Mitglieder in den öffentlichen Betrieben und Dienststellen von Bund und Kommune morgen zum ganztägigen Warnstreik auf. Der erste Verhandlungstermin der Tarifrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst am 13.03. ist ohne Ergebnis geblieben. Die öffentlichen Arbeitgeber des Bundes und der Kommunen weigerten sich in die Verhandlungen einzutreten, indem sie kein Angebot vorlegten. „Das bringt die klare Geringschätzung der Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst zum Ausdruck.“ bemerkt Gudrun Müller, Geschäftsführerin im ver.di Bezirk Bochum-Herne, verärgert. Offenbar haben die Arbeitgeber die Absicht, auf Zeit zu spielen.
Der März wird heiß
Am Dienstag, 18. März wird ver.di in Bochum deshalb zum ersten ganztägigen Warnstreik aufrufen. „Unsere Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben und Verwaltungen werden jetzt ein deutliches Signal setzen und den Druck von unten aufbauen, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen“, so Müller. „Kein Bus und keine Bahn werden am Dienstag aus dem Depot fahren. Auch die Beschäftigten beim Umweltservice Bochum (USB) werden ihre Arbeit nicht aufnehmen.“ Außerdem sind zum ganztägigen Streik aufgerufen u.a. die Tarifbeschäftigten der Stadtverwaltung, der Stadtwerke, der Sparkasse, des Schauspielhauses, des Akafö (Studentenwerk), der Knappschaft-Bahn-See (KBS), der Agentur für Arbeit, des Jobcenters sowie der LWL-Klinik Bochum. Auch Beschäftigte der Senioreneinrichtung (SBO) werden sich mit Aktionen beteiligen.
Die Streikenden versammeln sich zunächst um 10:00 Uhr auf dem Parkplatz Kirmesplatz (Castroper Straße) sowie an der ver.di Bezirksgeschäftsstelle (Universitätsstraße) und ziehen dann auf zwei Demorouten zum Dr. Ruer- Platz, wo ab 11:00 Uhr die zentrale ver.di-Kundgebung stattfinden wird.
„Wir bitten alle Bochumer Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und Solidarität!“ erklärt Gudrun Müller. „Wir wollen nicht sie treffen, sondern die Arbeitgeberseite.“ Aus Sicht des ver.di-Bezirks Bochum-Herne hätte die Bevölkerung von dieser Arbeitskampfmaßnahme verschont bleiben können, wenn die Verantwortlichen im Arbeitgeberlager ein angemessenes Angebot auf den Verhandlungstisch gelegt hätten.
ver.di fordert eine Anhebung der Entgelte um 100 Euro plus zusätzlich 3,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro monatlich sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Für den Nahverkehr soll es darüber hinaus eine Zulage von 70 Euro monatlich geben, in den Krankenhäusern sollen die Nachtzuschläge von 15 Prozent auf das Niveau der Nachtzuschläge im TV öD (20 Prozent) angehoben werden. Gleichzeitig will ver.di mit den Arbeitgebern über einen einheitlichen Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen für alle Beschäftigten sowie über den Ausschluss von sachgrundlos befristeten Arbeitsverträgen sprechen.«

 
 
 
 


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