Freitag 21.02.14, 13:29 Uhr

Hakenkreuze und SS-Runen an der RUB

Das Protestplenum an der Ruhr-Uni schreibt: »Wenige Monate nachdem bekannt wurde, dass ein aktiver Dortmunder Neonazi-Kader an der Ruhr-Uni Bochum studiert, sind Hakenkreuze und SS-Runen auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum (RUB) aufgetaucht. Die RUB-Verwaltung, die momentan mit der Image-Kampagne „Uni ohne Vorurteile“ beschäftigt ist, sieht offenbar keinen akuten Handlungsbedarf. Während die von Univerwaltung und RUB-AStA angekündigte Initiative „Uni ohne Vorurteile“ noch in der Planungsphase steckt, waren in der vergangenen Woche großflächig SS-Runen und Hakenkreuze in die Wände im Herren-WC der Universitätsbibliotek (UB) geritzt worden. Dieser Vorfall wurde den MitarbeiterInnen der UB bereits am Donnerstag, den 13. Februar, und erneut am vergangenen Montag mitgeteilt. Nachdem über eine Woche lang nichts passierte, wurden die zuständigen UB-Mitarbeiter gestern wiederholt angesprochen. Auf Nachfragen empörter Studierender, kam stets nur die enttäuschende Aussage, der Vorfall sei weitergegeben worden und es müsse nun ein Reinigungsauftrag erstellt werden.
„Wir fragen uns, was so schwer daran sein kann, die betroffenen Wände neu zu streichen. Antifaschistische Plakate, die im November auf den Neonazi-Studenten Michael Brück hinwiesen, konnte die Uni schließlich auch innerhalb weniger Stunden entfernen“ kommentiert Andrea Lehmann vom Protestplenum an der RUB. „Wir weisen darauf hin, dass es sich um verfassungsfeindliche Symbole handelt und die Uni sich selbst strafbar macht, wenn sie diese nicht unverzüglich entfernt“, so Lehmann weiter. Rechte und neonazistische Parolen sind an der RUB in jüngster Vergangenheit leider keine Seltenheit. Auch in den Fahrstühlen und Toiletten GC-Gebäudes, wo der Neonazi Michael Brück Jura studiert, waren bereits ähnliche Symbole aufgetaucht.
„Die Ruhr-Uni ist offenbar nicht Willens, sich ernsthaft mit ihrem Naziproblem zu befassen. Statt dessen plant sie eine groß angelegte PR-Kampagne, die am Kern des Problems vorbeigeht. Wir finden es eigentlich gut, dass die RUB Stellung gegen Rassismus und Neonazismus bezieht. Wenn dies aber ausschließlich in Form von Postkarten, Buttons und Lippenbekenntnissen gegen Rechts geschieht, darf die Initiative getrost als heuchlerisch bezeichnet werden. Eine tiefergehende, inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema extreme Rechte an den Hochschulen zeichnet sich bisher leider nicht ab. Die RUB hat ein Naziproblem, darüber können auch schicke Postkarten nicht hinwegtäuschen.“ kommentiert Lehmann die aktuelle Situation.«

2 LeserInnenbriefe zu "Hakenkreuze und SS-Runen an der RUB" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Hakenkreuze und SS-Runen an der RUB" als RSS


 

21. Feb. 2014, 14:47 Uhr

LeserInnenbrief von Steffie Streik:

Update: Update: Die Nazi-Symbole in der Unibibilothek werden gerade überstrichen. Da sie in die Wand eingeritzt wurden ist eventuell ein mehrfaches Überstreichen nötig.

Was ein klein wenig öffentlicher Druck, anstatt eine Woche lang Uni-intern nachzuhaken, nicht alles erreichen kann ;)


 

24. Feb. 2014, 09:13 Uhr

LeserInnenbrief von Dawa Zangpo:

Spachteln vorm Streichen wäre intelligent.


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de