Montag 17.02.14, 11:11 Uhr

Linke Bolschewismuskritik

Am Freitag, den 21. Februar lädt die Bochumer Geschichtswerkstatt um 19 Uhr zu einem Vortrag von Hendrik Wallat in das Soziale Zentrum ein. In der Reihe “Kritik des Staatssozialismus” geht es dieses Mal um “Linke Bolschewismuskritik”. In der Einladung heißt es: »Die Idee der Revolution und die einer sozialistischen Gesellschaft haben im Angesicht der Erfahrung mit dem einst sog. realexistierenden Sozialismus schwersten Schaden erlitten. Zu Recht, hat doch das von Lenin und seinen Nachfolgern angeführte staatssozialistische Experiment einen einzigen Trümmerhaufen hinterlassen. Der Kommunismus steht seitdem für politische Unfreiheit, ökonomische Ineffizienz und Staatsterror, dem Millionen von Menschen zum Opfer gefallen sind. Angesichts dessen, was man sich zu verwirklichen vornahm, die Errichtung einer klassenlosen Gesellschaft und die Emanzipation der Menschheit, fällt die Bilanz katastrophal aus. Daran ist nicht zu rütteln. Was jedoch gerne verdrängt und vergessen wird, ist die historische Tatsache, dass es bereits sehr früh – lange vor der Herrschaft Stalins – eine radikale Kritik von Links am bolschewistischen Staatskommunismus gab. Am Beispiel zweier herausragender Protagonisten dieser wenig bekannten Geschichte soll dies verdeutlicht werden: an der marxistischen Kritik des Linkskommunisten Otto Rühle und der nichtmarxistischen Kritik des linken Sozialrevolutionärs Isaak Steinberg.
96 Jahre nach dem Sturm auf das Winterpalais als Beginn des realsozialistischen Versuchs und 20 Jahre nach seinem Scheitern wollen wir uns mit der Sowjetunion und der DDR beschäftigen. Was war das damals? Und welche Bedeutung hat die Realität des „Sozialismus“ in seiner Theorie und Praxis für eine heutige linke Kritik?
Hendrik Wallat, forscht zu den Arbeitsschwerpunkten Politische Theorie und Philosophie, Gesellschafts- und Erkenntniskritik, Geschichte der (dissidenten) Arbeiterbewegung und Tierphilosophie. Die Bücher des Autors sind unter anderem bei Edition Assemblage erschienen.«

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22. Feb. 2014, 01:48 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Also, diese Veranstaltung war ja wirklich einmal ein Volltreffer. Großes, dickes, herzliches Lob an das Soziale Zentrum und die Geschichtswerkstatt (Links rechte Spalte).

Ein als Erwachsenenbildner (durchaus im Sinne des Beutelsbacher Konsens) begabter Referent erzählte ohne jegliche Aufspielerei als Dr.Dings und Dozent an der HS Bums von schlauen, sehr unterschiedlichen, Leuten und ihrer deutlich vor dem Stalinismus festzustellenden Kritik am “Bolschewismus”.

Und ein aufgeschlossenes, kritisches, fachkundiges, Publikum nimmt sich seiner Ausführungen in der Diskussion an. Oké: Die Beteiligung von Frauen hätte besser sein müssen.

Der anschließend gezeigte Film soll ausch sehenswert gewesen sein, wurde mir telefonische berichtet. Egal.

Bliebe nur noch hinzuzufügen:
“Kampf immer, sich der Gewalt stellen, wenns nicht anders geht, Terror niemals”. Wer und welche solches theoretische begründet wissen wollte, der oder die hat gestern Abend gefehlt oder nicht. Wer die praktische Bedeutung solcherlei Erkenntnis lernen möchte, sollte mal beim Aikido in Langendreer vorbeischauen. Link oben rechts auf dieser HP.


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