Sonntag 16.02.14, 19:49 Uhr

Gescheitertes WAZ-Voting

Wie an dieser Stelle berichtet (1000 Stimmen für Moltke?) hat die Bochumer WAZ eine Onlineabstimmung (Voting) zur Namensgebung des Abendmarktes auf dem Springerplatz durchgeführt. Anfangs dominierten die Moltke-BefürworterInnen recht deutlich. Etliche LeserInnen hatten den Eindruck, dass die Marktbetreiber hierbei personell und/oder technisch etwas nach halfen. Nachdem das Friedensplenum darauf aufmerksam gemacht hatte, näherte sich die Stimmen pro und contra Moltke stetig an. Es war absehbar, dass der Protest gegen die Namensgebung durch den preußischen Militaristen in absehbarer Zeit die Oberhand gewinnt. Beide Seiten mobilisierten dabei erhebliche Ressourcen. Die absolute Stimmenzahl stieg rasant. Offensichtlich hatten die Verantwortlichen der WAZ schließlich den Eindruck, dass sich hier Abstimmungsroboter und nicht LeserInnen am Voting beteiligten. Die Abstimmung wurde durch ein Captcha reguliert. Dabei muss ein nicht maschinenlesbarer Buchstaben- und Zahlencode eingeben werden, bevor das Votum abgeschickt werden kann. Innerhalb weniger Stunden änderte sich das Abstimmungsergebnis vollständig. Nun dominieren die Moltke-KritikerInnen mit großem Vorsprung. Hierbei ist unklar, ob die Umkehrung des Trends durch eine Mobilisierung von LeserInnen oder durch technische Überlegenheit gelungen ist. Klar geworden ist, wie wenig aussagekräftig solche Votings sind. Sie gehören in den Bereich der LeserInnenbelustigung und nicht in den Bereich der Information.

 
 
 
 


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