Freitag 20.12.13, 20:12 Uhr
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten:

Endlich Öffnung des „Renten-Ventil“

Als „Rettungsanker“ für viele ältere Beschäftigte hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die geplante „Rente mit 63“ bezeichnet. Es sei ein wichtiger Schritt, wenn Beschäftigte – wie von der schwarz-roten Koalition angekündigt – ab dem 1. Juli 2014 abschlagsfrei in Rente gehen können. Vorausgesetzt, sie haben dann das 63. Lebensjahr vollendet und 45 Beitragsjahre voll. Zeiten von Arbeitslosigkeit sollen dabei mitgerechnet werden.
„Wer wie in der Lebensmittelindustrie regelmäßig Nacht- oder Wechselschichten macht, der ist körperlich irgendwann am Ende. Erst recht, wenn die Arbeitsbedingungen dann auch noch zusätzlich belasten: Kälte, Hitze, Nässe, Kunstlicht …“, sagt die Geschäftsführerin der NGG Ruhrgebiet, Yvonne Sachtje. Ein Großteil der älteren Beschäftigten sei „einfach ausgelaugt und kaputt“. Am Ende des Arbeitslebens hätten diese Menschen nur noch ein Ziel: die Rente. In den Genuss der „Rente 63“ werde jedoch nur der kommen, der schon mit 18 Jahren oder früher ins Arbeitsleben gestartet sei. Die 45 Beitragsjahre seien eine „hohe Hürde“.
Viele Politiker und Wirtschaftsvertreter, die die „Rente mit 63“ jetzt mit „ungehobelter Kritik“ torpedierten, hätten vermutlich wenig Kenntnis vom realen Arbeitsleben – etwa in der Industrieproduktion von Lebensmitteln. „Die, die jetzt die ‚Rente mit 63’ heruntermachen, haben nicht 45 Jahre lang ihre Ärmel hochgekrempelt und Tag und Nacht zugepackt. Die haben eher gelernt, auf ihre Bügelfalte zu achten als darauf, was ein Mensch, der seit Jahrzehnten am Band steht, geleistet hat. Von den Steuern und Sozialabgaben, die er ein Arbeitsleben lang in die öffentlichen Kassen gezahlt hat, ganz zu schweigen“, sagt Yvonne Sachtje.
Nach 45 Beitragsjahren vorzeitig in Rente gehen zu können, sei ein „sozialpolitisch wichtiger Schritt“. Die SPD habe damit ein „Stück Renten-Gerechtigkeit durchgeboxt“. Es sei skandalös, dass Gegner der „Rente 63“ jetzt sogar versuchten, langjährig Beschäftigte gegen die Interessen von Frauen oder jungen Menschen auszuspielen. Und es bleibe dabei: Auch die „Rente mit 67“ müsse vom Tisch.
Im ganzen Regierungsbezirk Arnsberg sind nach Angaben der Gewerkschaft im vergangenen Jahr 27.136 Menschen in Altersrente gegangen. Und für diese Menschen sei dies ein „absolut verdienter Ruhestand“, so Yvonne Sachtje.

 
 
 
 


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