Montag 09.12.13, 19:11 Uhr
Ruhr-Uni bildet Nazi-Kader zum Juristen aus

Ruhr-Uni: Sie bewegt sich doch?

Heute vor einer Woche machten einige AntifaschistInnen darauf aufmerksam, dass die Ruhr-Uni Michael Brück, einen der gefährlichsten Neonazis, der auf freien Fuß ist, zum Juristen ausbildet. Die Aktion lief schief, weil die Akteure nicht damit gerechnet hatten, dass ein Jura-Hochschullehrer ihre Aktion gewaltsam zu beenden versucht. Der Staatsschutz, die Medien, die Uni-Leitung, der AStA und die Fachschaft Jura geißelten die Antifas und nahmen zum großen Teil den Nazi in Schutz. Es gab aber auch erfreulich viele Menschen, die sich nicht beirren ließen und darauf bestanden, dass der Nazi das Problem ist und nicht diejenigen, die auf seine Gefährlichkeit hinweisen. Nach einer Woche kippt der Diskurs. Die WAZ veröffentlicht heute auf ihrer Internetplattform einen dreiteiligen Beitrag “Ruhr-Uni plant nach Tumult um Neonazi Kampagne gegen Rechts”. Hier wird nicht mehr wie anfangs von einem angeblichen nicht mit Namen genannten Nazi gesprochen , sondern Michael Brück wird mit Namen und Funktionen benannt. Auch Rektorat und AStA scheinen zu merken, dass sie sich skandalös verhalten haben. Der WAZ-Beitrag kündigt an: »Die Antifa-Aktionen haben allerdings auch einen Denkanstoß in der RUB-Leitung bewirkt, erklärte Wylkop. “Das Rektorat und der Asta der RUB werden zum nächsten Sommersemester eine gemeinsame Kampagne ins Leben rufen, um die Studierenden für das Thema Rechtsradikalismus zu sensibilisieren”. Genauere Informationen dazu will die Uni am Dienstag geben.« Im Artikel wird dann aber wieder verschwiegen, dass die Linke Liste angeregt hatte, sich am Beispiel der Uni Bielefeld zu orientieren. Über das Beispiel wird erfreulich ausführlich berichtet.

4 LeserInnenbriefe zu "Ruhr-Uni: Sie bewegt sich doch?" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Ruhr-Uni: Sie bewegt sich doch?" als RSS


 

9. Dez. 2013, 21:15 Uhr

LeserInnenbrief von Holger:

„…dass der Nazi das Problem ist …“

Nein, Michael Brück ist als Mensch nicht das Problem, sondern das was er (strukturell) denkt und strukturell umsetzt.
Die gesellschaftlichen Strukturen, die Ausgrenzungen schaffen und dies als Ideologie unter die Menschen bringen sind das Problem. AntifaschistInnen sind keine Menschenfeinde, sondern Strukturfeinde. Heißt menschenverachtende und -feindliche Strukturen sind zu bekämpfen und zu zerstören, keine Menschen.
Somit stellen die Medienstrukturen der Lokalredaktion der WAZ und die antidemokratischen Elitedünkel der RUB und ihre Strukturen ein weit größeres Problem dar als Brücks Anwesenheit.

So lange Michael Brück sich (sie nennen es) national und sozialistisch betätigt, Volksverhetzung begeht, Antisemitismus und Rassismus propagiert, sich an Gewalttätigkeiten beteiligt und organisiert die Wiedererrichtung einer Diktatur à la NS-Regime anzustreben scheint, haben Lehrbeauftragte, die Verwaltung und die Gremien der Studentenschaft der RUB eine Verpflichtung nicht nur gegenüber allen potentiellen Opfern des Neonazismus, die auch an der RUB studieren, sondern auch eine allgemeingesellschaftliche Verantwortung den Schaden den Michael Brück mit einem Jurastudium anrichten kann zu minimieren, bzw. zu unterbinden.
Wie dies auf administrativer Ebene, auf der Ebene der Tätigkeit der Jura-DozentInnen und die organisierte Studentenschaft umzusetzen ist müssen diese für sich entscheiden. Dabei kann es aber keine Halbheiten geben und die Ausrede man habe (à la 1933) von Nichts gewusst ist dank des Outings per se.

Das ein allgemeiner antifaschistischer Klärungsbedarf an der RUB besteht scheint nach Rektor Weilers Rückgriff auf „Unter den Talaren der Muff der tausend Jahre“ allen klar zu sein.

Vielleicht wäre ein Anfang das Aufrollen der Vita rassistisch orientierter Lehrbeauftragter.
Das es solche Einstellungen an der RUB schon früher gab sei hiermit kurz angedeutet:
Prof. Schmidt- Kaler und die Unterzeichnung des Heidelberger Manifests.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Manifest und
http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Schmidt-Kaler)

Prof. Johannes Papalekas als Vertreter der Konserativen Revolution und der griechischen Obristen.
(http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Papalekas und
http://www.zeit.de/1977/11/der-fall-sigrist/seite-2 und
http://www.mao-projekt.de/BRD/NRW/ARN/Bochum_Ruhr-Universitaet_Papalekas.shtml)

Prof. Bernard Willms als Vordenker der Neuen Rechten
(http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Willms und
http://www.humanistische-union.de/nc/publikationen/vorgaenge/online_artikel/online_artikel_detail/browse/8/back/nach-autoren/article/ein-gefaehrlicher-vordenker-bernard-willms/)

Aber auch solche Kolloquien und deren Gastreferenten sollte man mit einbeziehen:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/azzoncao/italien.html


 

9. Dez. 2013, 22:26 Uhr

LeserInnenbrief von Emma Goldmann:

Sonderseite zum Outing des Nazi-Kaders Michael Brück: http://naziouting.noblogs.org/

Es ist nicht hinnehmbar, dass ein aktiver Neonazi an der RUB für das Vorantreiben der Ideologie des Nationalsozialismus ausgebildet wird!


 

10. Dez. 2013, 15:24 Uhr

LeserInnenbrief von k.a.:

Es gab eben keine Stunde 0 an den Universitäten, so auch nicht an der RUB bzw. frischgegrüdeten Universitäten. Trotz oder gerade wegen der Neugründung konnten sich auch dort einst glühende Anhänger des Nationalsozialismus einfinden. Ein schönes Beispiel für die Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus ist der Gründungsrektor der RUB Hans Wenke. Siehe: http://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&ved=0CDUQFjAC&url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fspiegel%2Fprint%2Fd-46170005.html&ei=oSKnUr7nBcPNsQT3nILgDw&usg=AFQjCNFxJL8bJ4KBCVtnpT7tOCAHav7nqQ&bvm=bv.57799294,d.cWc

Auch die Studierendenschaften waren eben nicht durchweg progressiv. So ist der einst erste Student Franz-Josef König Verbindungsstudent gewesen. Siehe: age/show.html?did=46275187&aref=image036/2006/03/08/cqsp196549047-P2P-062.pdf&thumb=false
Auch geht aus dem Spiegelartikel hervor, das die Studentenverbindungen noch vor den Einzug der Professoren sich in Bochum ansiedelten.


 

10. Dez. 2013, 18:20 Uhr

LeserInnenbrief von jo:

Wenn ich in der Bochumer Studierenden Zeitung solche Sätze lese : “Stell Dir vor, in Deiner Vorlesung sitzt einer der führenden rechtsextremen Kader im Lande. Oder ein verurteilter Kinderschänder. Eine Steuerhinterzieherin, ein Vegetarier oder eine Jüdin. Und keiner weist Dich darauf hin. Das ist der Normalfall – und sollte auch der Normalfall bleiben.” http://bszonline.de/artikel/soll-man-rechtsextreme-%C3%B6ffentlich-entlarven oder wenn ich die Diskussion auf der FB Seite der Uni verfolge, https://www.facebook.com/RuhrUniBochum/posts/612331535470094 bin ich mir sicher ,dass die Uni solch ein Programm braucht, sollte allerdings ergänzt werden mit einem Programm gegen extreme Dummheit.


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de