Donnerstag 28.11.13, 10:48 Uhr
Der Verkehrsclub Deutschland fordert:

Beibehaltung der Zeitkarten im VRR

Jürgen Eichel, gleichzeitig Sprecher des Verkehrsclub Deutschland (VCD) NRW und des VCD in Bochum macht auf eine Stellungnahme des VCD zum Elektronischen Fahrgeldmanagement in Bus und Bahn aufmerksam: »Die freie Wahl für Fahrgäste, ob sie an einem System mit datenmäßiger Registrierung jeder Fahrt und Abrechnung im Nachhinein teilnehmen wollen, fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) NRW. Demgegenüber will der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) auch Kunden mit Monatskarten zukünftig zur Teilnahme am neuen System verpflichten, für das derzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet wird.

Technische Probleme beim Auschecken, zu viel abgebuchtes Geld, kaum Transparenz über die Kosten einer Fahrt, komplizierte Regelungen für Gruppenfahrten, abgesperrte Bahnhöfe – die Liste der Kritikpunkte, die Arriën Kruyt und Tim Boric vom niederländischen Fahrgastverband ROVER bei einer Veranstaltung der Fahrgastverbände Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Pro Bahn NRW am Samstag in Düsseldorf mitgebracht hatten, war lang. Dabei sieht auch ROVER durchaus Vorteile für die Fahrgäste in dem System, das in unserem Nachbarland inzwischen flächendeckend verbreitet ist und als Vorbild für eine Einführung im VRR 2019 dienen soll. Insbesondere Gelegenheitskunden müssten sich nicht mehr um Tarife oder Stadtgrenzen innerhalb des VRR-Gebietes kümmern, mit dem Ein – und Auschecken würde nur die jeweilige Fahrt bezahlt. Der VRR will dazu auch einen neuen Tarif auf Kilometer-Basis einführen und alle heutigen Monatskarten wie Ticket 2000, Ticket 1000, Bärenticket, Young Ticket oder Schokoticket abschaffen. “Das halten wir nicht für sinnvoll”, erklärt VCD-Landessprecher Jürgen Eichel. Viele Kunden wollten auch zukünftig eine Monatskarte für ihre Stadt oder ihre Region kaufen, in der sie frei fahren könnten, so der VCD NRW. “Vielfahrer würden zudem mit dem Ein- und Auschecken unnötig belastet – zum Beispiel mit zusätzlich abgebuchten Beträgen, wenn das Auschecken nicht funktioniert”, so Eichel. Allein die Vorgabe, sich bei jedem Umsteigen aus- und wieder neu einchecken zu müssen, hält der VCD für umständlich und fehleranfällig. Genau das zeigt auch das Beispiel der Niederlande. Dort läuft derzeit eine Untersuchung, bei der geklärt werden soll, inwieweit Fahrgäste durch falsche Abbuchungen zu Unrecht zusätzlich belastet werden. Erste Schätzungen belaufen sich auf rund 30 Mio. EUR jährlich. Vor diesem Hintergrund fordert der VCD NRW Wahlfreiheit für die Fahrgäste im VRR. “Nachdenken über neue ergänzende Tarifangebote auch elektronisch: ja, Zwangsverpflichtung von Fahrgästen zum check in- check out und datenmäßigen Registrierung jeder Fahrt: nein.” Der VCD NRW warnt auch vor unabsehbaren Kosten bei der Umstellung: So hat das System in den Niederlanden über 1 Mrd. EUR gekostet – mit deutlichen Kostensteigerungen im Verlauf des Projektes. «

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28. Nov. 2013, 12:50 Uhr

LeserInnenbrief von Andreas:

Erstaunlich, dass sich die Kritik des VCD nur auf die Kostenseite bzw. die Machbarkeit bezieht.

Mit dem neuen System können nämlich auch wunderbar Bewegungsprofile erstellt werden. Wer ist wann mit wem wohin gefahren. Überwachungsparanoia?

Mitnichten, wie man hier nachlesen kann: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ueberwachung-innenminister-friedrich-fordert-zugriff-auf-maut-daten-a-931952.html


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