Mittwoch 23.10.13, 13:23 Uhr

Namibia: Völkermord verjährt nicht

Am Montag, den 28.10., um 19.00 lädt der Bahnhof Langendreer zu Vortrag und Dis­kussion mit der namibischen Aktivistin Ida Hoffmann (Foto) ein. Moderieren wird Reinhart Kössler, Professor in Freiburg und Namibia-Experte. Thema der Veranstaltung ist die Frage nach Entschuldigung und Entschädigung für den Völkermord im heutigen Namibia, der zwischen 1904 und 1908 von der deutschen „Schutztruppe“ verübt wurde. Mehr als 100.000 Menschen wurden in der damaligen deutschen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“ ermordet.
Neben den Herero fordern auch Nama, Damara und San, dass die Leiden und das Unrecht, die ihren Vorfahren angetan wurden, in angemessener Weise vom deutschen Staat anerkannt werden. Bisher verweigerten staatliche deutsche Instanzen jedoch systematisch das Bekenntnis zu Verantwortung für den Völkermord.
Ida Hoffmann berichtet über die Erfahrungen namibischer Aktivist/innen mit der schwierigen namibisch-deutschen Erinnerungspolitik. Sie ist als Vorsitzende des „Nama Technical Committee“ die zentrale Aktivistin von Nama-Seite in der gesam­ten Frage der Versöhnungspolitik. Seit den 1990er Jahren bemüht bemüht sie sich um eine engere Verbindung der verschiedenen Nama-Gruppen. Sie war 2005-2010 eines der sechs vom Präsidenten nominierten Mitglieder der Nationalversammlung. In dieser Zeit entwickelte sich ihr vehementes Engagement für die Aufarbeitung des kolonialen Völkermordes und die Forderung nach einer adäquaten Entschuldigung und Entschädigung durch die Bundesrepublik Deutschland.

 
 
 
 


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