Sonntag 20.10.13, 20:15 Uhr

Soldaten sind Täter

In vier Wochen finden in Bochum und vielen anderen Städten Veranstaltungen zum “Volkstrauertag” statt. Während der Nazi-Herrschaft hieß dieser Tag “Heldengedenktag”. Der Name hat sich geändert. Damals wie heute wird bei diesen Veranstaltungen die Rolle des Soldaten verklärt und um die Soldaten als Opfer getrauert. Die angreifenden deutschen Soldaten der beiden Weltkriege, aber auch z. B. Oberst Klein in Kunduz sind nicht Opfer sondern in erster Linie Täter. Diese Tatsache soll beim Volkstrauertag verschleiert werden. Die offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt Bochum gestaltete sich in den letzten Jahren dabei als offen revanchistisch. Vertriebenenverbände präsentieren ihre Ansprüche auf die verlorenen Gebiete. Uniformierte Militärs marschieren im Gleichschritt. Das Friedensplenum wird in diesem  Jahr seinen Protest deutlicher artikulieren als in den vergangenen Jahren. Das nachfolgende Video zeigt Eindrücke aus dem letzten Jahr.

1 LeserInnenbrief zu "Soldaten sind Täter" vorhanden:

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21. Okt. 2013, 12:44 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Ja. Da braucht sich wohl keinEr wundern, wenn auch mal die NPD oder die örtliche Kameradschaft mitgedenkt. Wer solch ein temporäres Wohlfühl-Habitat für sie aufbaut, lädt sie ja quasi ein.

Und von Trauer, die ja beim Volkstrauertag an die Stelle des “Heldengedenkens” des altern “Heldengedenktages” treten sollte, kann ja wohl bei diesem schaumgebremsten Tschingerassabum wohl auch keine Rede sein.

Welchem “guten Kameraden” hat denn eine heute alte Frau, die als Kind ihre Eltern bei einem Luftangriff verlor, die Hand nicht reichen können, weil sie gerade nachladen musste?

Das Konzept des Volkstrauertages kann mit guten Gründen kritisert werde. Unter anderem, weil eben der Täter_innen gleichermaßen wie der Opfer gedacht wird. Und selbst dieses falsche Ziel wurde nicht erreicht. Also kein Grund für Bochumer Sozis, so zu grinsen. Den von den Nazis ermordeten Sozialdemokrat_innen sind sie nicht gerecht geworden.


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