Dienstag 24.09.13, 15:39 Uhr

Ausstellung zum Ersten Weltkrieg

Eine Ausstellung mit dem Titel „Zwischen Heimat und Front. Bochum im Ersten Weltkrieg“ plant das Stadtarchiv/Zentrum für Stadtgeschichte. Ein Grobkonzept für die geplante Ausstellung zum Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich 2014 zum 100. Mal jährt, wurde mittlerweile erstellt. Diese Mitteilung erhielt jetzt die Sozialen Liste im Rat, die eine Anfrage in der Juni-Sitzung des Rates gestellt hatte. In der Mitteilung heißt es: „Am Ersten Weltkrieg waren 25 Staaten und deren Kolonien beteiligt, über 9 Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer. Zahlreichen Historikern gilt dieser Krieg als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Auch ca. 4.600 Bochumer Soldaten fielen an den Frontlinien oder starben in Heimatlazaretten. Dabei ereignete sich der Erste Weltkrieg nicht nur an den Kriegsschauplätzen im Westen und Osten Europas, auf hoher See und in den Kolonien, sondern auch an der sogenannten ‘Heimatfront’, also auch in Bochum.“
Das Stadtarchiv teilt der Sozialen Liste mit, dass nach derzeitiger Überlegung ein chronologischer Aufbau in vier Abteilungen in Arbeit sei:
I. Der Beginn: „August-Erlebnis“ 1914 (Juli/August 1914)
II. Mit „Hurra“ in den Kampf und Weihnachten wieder zu Hause? (Bis Ende 1914)
III. Alles für die Front (1915-1917)
IV. Ende und Neubeginn (1918-1920)
Weiterhin teilt das Stadtarchiv mit: „Den Anfang und das Ende (Prolog und Epilog) markiert die Auseinandersetzung mit den Formen der Erinnerung an diesen Krieg. Als Exponate sollen die in den 1920er Jahren in Bochum errichteten Denkmäler und Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges dienen bzw. Fotografien davon sowie Filme, Zeitungsberichte u.a. Im Zentrum steht ein ‚echtes’ (ehemaliges) Denkmal: das erst 1935 im Stadtpark eingeweihte Denkmal zu Ehren des 4. Magdeburgischen Infanterie-Regiments Nr. 67, das Unbekannte 1983 an den Füßen absägten.“
Die Soziale Liste begrüßt vor allem auch die Vereinbarung einer Zusammenarbeit und Kooperation mit dem „Musée Baillet-Latour et Musée de la guerre en Gaume“ in Virton-Latour, das sich seit Jahrzehnten der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg und seine Opfer widmet.
In der Umgebung vom südbelgischen Virton fand am 22. August 1914 eine der großen Schlachten im Bewegungskrieg statt – mit zahlreichen Opfern nicht nur unter den Soldaten, sondern auch unter der belgischen Zivilbevölkerung. Viele Bochumer Soldaten waren an den Kämpfen beteiligt. Es war für sie die erste Schlacht im Ersten Weltkrieg – für einige allerdings auch die letzte. Sie fielen und wurden zunächst an Ort und Stelle bestattet. Heute finden sich ihre Gräber auf einem Soldatenfriedhof in der Nähe von Virton.
Eine weitere Verbindung zwischen Bochum und Virton besteht darin, dass Männer aus der Region Virton im Ersten Weltkrieg Zwangsarbeit in Bochum, meist in den Zechen, leisten mussten.
Die Soziale Liste im Rat erwartet, dass in den Haushaltsberatungen die weitere finanzielle Grundlage für die Ausstellung und die Zusammenarbeit mit Virton gesichert werden.

 
 
 
 


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