Montag 02.09.13, 20:42 Uhr

Ausfall von Klassenfahrten?

Viele Bochumer Schulen stehen zu Beginn des neuen Schuljahres vor dem Problem, ihre pädagogischen Konzepte nicht umsetzen zu können. Das befürchtet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und schreibt: »Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hat mit seinem Urteil vom 14.11.2012 entschieden, dass Lehrkräfte im Beamtenverhältnis für die Teilnahme an Klassenfahrten einen Anspruch auf Reisekostenvergütung haben und ein erklärter Verzicht auf solche Vergütung unwirksam ist. Für angestellte Lehrkräfte gilt diese Regelung schon seit längerem. Das Land NRW stellt für die kommenden zwei Jahre den Schulen ein festes Budget für die Reisekostenvergütung der Lehrkräfte zur Verfügung, welches sich aus der Lehrerzahl der jeweiligen Schulen errechnet. Die GEW befürchtet jedoch, dass diese Budgets bei weitem nicht ausreichen, um die Klassenfahrten in bisherigem Umfang durchführen zu können.
Dieses ist die Schlussfolgerung aus einer Erhebung, die die GEW an Bochumer Schulen durchgeführt hat. So hat eine große Bochumer Gesamtschule einen Bedarf von ca. 12.000 Euro errechnet, erhält durch das Land jedoch nur 9.000 Euro erstattet. Die Lehrkräfte sind vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ratlos, zumal die jährliche Fahrt nach Auschwitz, die im Rahmen eines Anti-Rassismus-Projektes durchgeführt wird, oder Sprachfahrten dem Rotstift zum Opfer zu fallen drohen. Den Vorschlag von Bildungsministerin Löhrmann, die Schulen könnten Drittmittel akquirieren, lehnt GEW-Sprecher Jochen Bauer ab. „Diese Regelung würde Schulen in Wohnvierteln mit hoher Kaufkraft bevorzugen, während Schulen in sozialen Brennpunkten den Kürzeren ziehen würden“.
Einen weiteren Vorschlag Frau Löhrmanns, Lehrkräfte könnten auf ihre Ansprüche verzichten, hält Jochen Bauer für puren Zynismus. So ist nach Einschätzung der GEW zu befürchten, dass viele Bochumer Schulen vor dem Hintergrund der Finanzlage ihr Schulfahrtenkonzept auf ein Rumpfprogramm zusammenstreichen und Fahrten, die aus pädagogischen Erwägungen sinnvoll und wünschenswert erscheinen, den Sparvorhaben des Landes zum Opfer fallen werden.«

 
 
 
 


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