Mittwoch 05.06.13, 09:50 Uhr

RUB-AStA versagt auf ganzer Linie

Ein ehemaliges Senatsmitglied der Ruhr-Uni kommentiert den unglaublichen Vorgang, dass tausende studentische Hilfskräfte bereits im zweiten Monat kein Gehalt bekommen: »Inzwischen warten viele Studierende, die Hilfskraftverträge an der Ruhr-Universität Bochum haben, bereits auf ihr zweites Monatsgehalt. Das LBV NRW hat, obwohl absehbar war, dass es einen Peak zum Semesteranfang gibt (weil die Universitätsverträge immer zu diesen Zeitpunkt verlängert werden) eine IT Umstellung auf diesen Termin gelegt. Leidtragende sind die Studierenden. Sie erhalten ihr Gehalt nicht, als könnten Sie “mal eben” gleich mehrere Monatsgehälter von ihrem ersparten ausgleichen. Einspringen müssen zur Zeit Eltern, Freunde, nette Vermieter usw., weil die Landesregierung nicht bezahlt.
Die Universitätsleitung hat inzwischen verkünden lassen, dass man sich bei einem nicht erreichbaren Mitarbeiter melden kann, um dort in begründeten Fällen seinen Lohn erhalten zu können. Das ist völlig absurd. Warum sollen Studierende ihre finanziellen Umstände und Nöte offenbaren? Es ist selbstverständlich, dass ein Arbeitgeber seinen Pflichten nachkommt. Richtig spannend wird die Geschichte nun, wenn man sich die Gewerkschaftshochschulgruppen und den AStA ansieht. Von diesen kommt in Bochum absulut keine Rückendeckung. Keine Zahlungsaufforderung an die Hochschulleitung. Keine Kritik. Keine Interessenvertretung. Ein guter AStA würde längst Vordrucke mit Forderungen für Verzugszinsen und Schadensersatz zur Verfügung stellen und öffentlichkeitswirksam auf die Hochschulleitung einwirken, dass diese die Mitarbeiter bezahlt. (An anderen Universitäten sind die Universitätskassen längst in Vorleistung für das Land gegangen). Schade ist, dass die Medien ebenfalls schweigen. Es waren laut Universitätsverwaltung 20.000 Menschen betroffen. Später wurden Zahlen von 7.000 genannt. Im Opel Werk Bochum arbeiten ca. 5.400 Mitarbeiter.. man stelle sich den politischen Aufschrei vor, würden diese 2 Monate am Stück keine Gehälter bekommen…«

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5. Jun. 2013, 11:46 Uhr

LeserInnenbrief von Paul:

Ja, die sHK… wo sind sie denn gewesen, als AStA, Listen und Gewerkschaften über die Tarifini gesprochen haben? Wer zunächst aufgrund zahlreicher Privilegien keine Lust hat, sich zu organisieren, sollte sich später nicht wundern, wenn die Nicht-Organisation auch Probleme bereitet. So geht es dem ganzen Einzehandel, warum sollte es an der Uni nicht auch so sein.

Solidarität ist keine Einbahnstraße.


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