Mittwoch 15.05.13, 12:47 Uhr

6.677 AufstockerInnen in Bochum

Die aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit nimmt der DGB in der Region Ruhr-Mark zum Anlass, seine Forderungen nach einer Neuordnung der Arbeit und einem flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn zu unterstreichen. Nach Daten der Agentur sind mehr 23.886 Menschen in der Region auf die Aufstockung ihrer Einkommen angewiesen. Das bedeutet, dass sie für ihre Arbeit einen derart niedrigen Lohn beziehen, dass sie damit unter dem Hartz-IV-Satz bleiben. Für die einzelnen Städte und Kreise in der DGB-Region liegen die Zahlen in Bochum mit 6.677 am höchsten. Es folgen der Märkische Kreis mit 5.542, der Ennepe-Ruhr-Kreis mit 4.801, die Stadt Hagen mit 3.616 und Herne mit 3.250 Beschäftigten. Vor allem in den Bereichen Handel, Gastronomie, Gesundheits- und Sozialwesen und in der Leiharbeit müssen Beschäftigte aufstockende Leistungen in Anspruch nehmen. Erschreckendhoch, so der DGB, sei der Anteil der Vollzeitbeschäftigten, die trotz Arbeit auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Dieser Anteil bewege sich in der DGB Region zwischen knapp 20% (Herne) und über 25% (EN-Kreis). Zum Vergleich: In NRW liegt der Anteil bei knapp 23% und im Bund sogar bei über 27%. Übertragen heißt das, dass fast jeder 4. erwerbstätige Arbeitslosengeld II-Bezieher in Deutschland arm trotz Vollzeitarbeit ist.
Für DGB-Regionsgeschäftsführer Jochen Marquardt ein unhaltbarer Zustand. „Die Politik ist dringend aufgerufen den Debatten um einen gesetzlichen Mindestlohn endlich Taten folgen zu lassen. Es kann und darf nicht sein, dass Menschen für Hungerlöhne arbeiten müssen und der Steuerzahler für unzureichende Entlohnung durch die Unternehmen zur Kasse gebeten wird.“
Für den DGB ist dies auch “ein Schlag gegen diejenigen Unternehmen, die ihre Beschäftigten nach vernünftigen Tarifen bezahlen und durch das Lohndumping in einen unlauteren Wettbewerb gezwungen werden können”.
Für Marquardt ist deshalb die Forderung nach einem Mindestlohn von 8,50 Euro ein dringend nötiger Einstieg, der zügig weiter ausgebaut werden muss. Die Ergebnisse, die jetzt aktuell von der Agentur für Arbeit vorgelegt wurden, seien beschämend für Teile der Wirtschaft und respektlos gegenüber denjenigen, die Tag für Tag ihre Arbeit tun.

 
 
 
 


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