Samstag 09.03.13, 20:20 Uhr
Weg frei für Rassisten - Flüchtlinge müssen weichen:

Ein erbärmliches Signal

Mit ca 30 TeilnehmerInnen startete heute Pro NRW in Wattenscheid-Leithe eine Tour durch NRW, bei der zwei Wochen lang täglich vor zwei Flüchtlingsunterkünften Hetzreden gehalten werden sollen. Etwa 250 Menschen demonstrierten gegen diesen Aufmarsch. Ihr Protest richtete sich aber auch gegen die Polizeiführung, die eine solche Provokation direkt vor einer Flüchtlingsunterkunft zugelassen hatte. Die ehemalige Holland-Schule stand heute leer. Die Flüchtlinge waren vom Sozialamt der Stadt evakuiert worden. So hörte niemand die Reden von Pro NRW. Die GegendemonstrantInnen waren konditions- und lautstark. Vor dem Eintreffen des Demonstrations-Wandezirkusses hatte Ulrich Borchers noch einmal an seinen Brief an die Polizeipräsidentin und die Oberbürgermeisterin erinnert.  Hierin hieß es: “Die Vorstellung, dass ausgerechnet die Menschen, die hier in Deutschland Zuflucht vor rassistischer Diskriminierung, Volksverhetzung, Pogromen und kriegerischer Gewalt suchen, nun auch an diesem Ort direkt und unausweichlich von rassistischen Organisationen bedroht werden sollen, ist unerträglich.” Und wenn nun die Flüchtlinge weichen müssen und den Rassisten von der Polizei der Weg frei gemacht wird, dann sei das ein erbärmliches gesellschaftliches Signal.
Er verlas die Antwort der Polizeipräsidentin, die argumentierte, dass die Polizei zu diesem Handeln gezwungen sei. Doch zu viele Anwesende auf der Kundgebung erinnerten sich an andere Anlässe, bei denen die Polizei aus fadenscheinigen Gründen Demonstrationen an bestimmten Orten untersagt hatte. Polizei und Politik haben aus der Sicht vieler Anwesender ein weiteres Mal im Umgang mit Rassisten versagt.
In den anschließenden Reden wurde an mehreren Beispielen deutlich gemacht, dass Pro NRW und ihr heutiges Auftreten nur möglich ist, weil es einen Alltagsrassismus in unserer Gesellschaft gibt, der die Basis für diese krasse Form des Rassismus sei.
Die Reden
der DIDF-Jugend
von bofo
vom Antirassismus-Projekt

 

 
 
 
 


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