Dienstag 12.02.13, 12:42 Uhr
Opel-Betriebsrat kritisiert Verhandlungsabsage

Sie sagen: „Wir haben nix!“

In einer Information des Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel, die heute Morgen an alle Beschäftigten verteilt wurde, heißt es:  »Der Opel-Vorstand hat die Verhandlungen für den 11. Februar 2013 (Rosenmontag) abgesagt. Die Begründung lautet, dass dem Vorstand keine Ideen zum Verhandeln vorliegen.
Absicht oder Konzeptlosigkeit?
Am 30. Oktober 2012 wurde in einer gemeinsamen Erklärung von GM/Opel-Management und NRW-Landesregierung das Projekt „Bochum Perspektive 2022“ verkündet. Ziel soll die Flächenentwicklung in Bochum und dem Ruhrgebiet, der Erhalt und die Schaffung möglichst vieler qualifizierter Arbeitsplätze am Bochumer Opel-Werk sein. Die Gründung der Gesellschaft „Bochum Perspektive 2022“ liegt seitdem auf Eis. Opel-Vorstand und GM waren bis heute nicht in der Lage, das Projekt mit Leben zu füllen. Beim Abwickeln ist man schneller!
Im Dezember 2012 verkündete der kommissarische Opel-Vorstandsvorsitzende T. Sedran in der Belegschaftsversammlung, dass spätestens 2016 die Bochumer Fahrzeugproduktion eingestellt werden soll. Der Aufsichtsrat beschließt zeitgleich, dass die Verhandlungen zur Zukunft von Opel-Bochum bis Ende März 2013 geführt werden sollen.
Kehrtwende im Januar 2013 und die Verschärfung
Im Januar verkündet Opel-Aufsichtsratsvorsitzender und GM-Vizepräsident S. Girsky, das er die Fahrzeugproduktion in Bochum bereits ab 1. Januar 2015 und die Getriebefertigung 2013 beenden will. Betroffen sind 5.000 Beschäftigte, die im Bochumer Opel-Werk arbeiten. Bei einem weiteren Verzicht auf Tariferhöhungen und dauerhaften Unterschreiten des Flächentarifvertrages soll ein Teil der Bochumer bis 2016 weiterarbeiten dürfen. Aber auch bei dieser ‚Lösung‘ droht 3.000 – 4.000 Beschäftigten die Arbeitslosigkeit. Obwohl es im Aufsichtsrat anders beschlossen ist, verlangt GM-Vize S. Girsky ultimativ bis Ende Februar 2013 den Abschluss der Verhandlungen.
Wer darf was?
Derzeit weiß niemand, wer von Opel die Verhandlungen führt und wie verbindlich die Zusagen des Vorstandes sind. Jeder widerspricht jedem – so der Eindruck im Betrieb und der Öffentlichkeit. Das Unternehmen hat die Beraterfirma Boston Consult Group (BCG) eingekauft. BCG soll das Werk untersuchen und Vorschläge für die Verhandlungen finden. Finanziert wird BCG durch weitere Einsparungen der Beschäftigten.
Alternativen vom Opel-Betriebsrat und IG Metall
Vom Bochumer Betriebsrat und der IG Metall liegen Vorschläge und Alternativen zur Standort- und Beschäftigungssicherung vor. Diese Vorschläge wurden bisher abgelehnt oder nicht beantwortet. Dies wird zu Recht von Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall, heftig kritisiert. Wir verlangen sofort konstruktive Gespräche. Dazu werden wir weitere Vorschläge nachreichen. Es geht um die Zukunft der Beschäftigten bei Opel und um 45.000 Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie, bei Dienstleistern, Handel, Handwerk, in Klein- und Mittelbetrieben. Am 15. und 16. Februar sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Wir werden berichten.«
Die Information des Betriebsrates als PDF-Datei.

 
 
 
 


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