Sonntag 10.02.13, 19:09 Uhr
DGB fordert eine Umkehr in der Beschäftigungspolitik:

Unsichere Arbeitsplätze nehmen rapide zu

Immer mehr Menschen sind in Teilzeit, Leiharbeit, befristet oder geringfügig beschäftigt.  In Bochum ist der Anteil dieser in der Statistik als „atypische Beschäftigungsverhältnisse“ bezeichneten Arbeitsplätze zwischen 2001 und 2011 von 20,5 Prozent auf 27,7 Prozent gestiegen.  Auf diese vom Landesbetrieb Information und Technik NRW veröffentlichten Zahlen hat der Geschäftsführer der DGB-Region Ruhr Mark, Jochen Marquardt in einer Pressemitteilung hingewiesen. Hiermit bestätigten sich die Befürchtungen der Gewerkschaften, dass die von der Arbeitsverwaltung vorgestellten angeblichen „positiven Prozesse auf dem Arbeitsmarkt“  keine solide Basis haben. Hauptopfer der wachsenden Zahl von unsicherer Beschäftigung sind Frauen.  Mittlerweile müssen 42,9 Prozent der beschäftigten Frauen mit solchen Arbeitsplätzen vorlieb nehmen. Bei den Männern beträgt der Anteil 15 Prozent.
Jochen Marquardt : „Die vorliegenden Daten sind Beleg für unsichere Beschäftigung und in den meisten Fällen sind die Anforderungen an gute und faire Arbeitsbedingungen nicht gewährleistet. Atypische Beschäftigungsverhältnisse machen persönliche Lebensplanungen unsicher und sind völlig ungeeignet, um zum Beispiel Kinderwünsche zu realisieren oder langfristige Pläne zu schmieden.“
Für den DGB-Geschäftsführer zeigt sich erneut die Fehlorientierung, die aus den Hartz-Gesetzen und der Agenda 2010-Politik des ehemaligen Bundeskanzlers Schröder entstanden ist. „Leider hat auch die aktuelle Bundesregierung keinerlei vernünftige Schlüsse gezogen – ganz im Gegenteil sie forciert diese negativen Prozesse auf den Arbeitsmärkten noch.“

 
 
 
 


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