Freitag 08.02.13, 15:47 Uhr

Politisches Solo

eine aktionsform von müller*****/Elisa Müller

Am 15. Februar um 20 Uhr ist im FKT  Premiere für “Politisches Solo”. Im Anschluss an die Performance und auch bei den weiteren drei Terminen werden bemerkenswerte Diskussionen angeboten. Die Ankündigung: »Politisches Solo ist Performance und interdisziplinäre Aktionsform mit Vorträgen, Diskussionen, Filmsichtungen und Werkstatt: Wie ist politische Mitbestimmung anzuwenden? Wie können wir konkreten Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse erlangen? Politisches Solo beantwortet diese Frage nicht mit einer abstrakten Analyse von Systemen, Diskursen, Macht- und Gewaltverhältnissen, sondern thematisiert den eigenen politischen Handlungsspielraum: Wo beginnt die Verantwortung eines jeden Einzelnen?
Die Performerin Elisa Müller setzt sich einer radikalen Selbstbefragung aus. Ausgehend von dem Wunsch, sich nicht nur als passive Konsumentin bestehender Systeme zu fühlen, überprüft sie ihr bisheriges und ihr noch nicht getätigtes, mögliches und notwendiges zukünftiges politische Handeln.
In der Vierten Welt wird ein Labor eingerichtet, in dem Motivationen und Strategien politischen Handeln spielerisch überprüft, neu sortiert und erprobt werden: Wie können Begriffe wie Verantwortung, Empathie, Solidarität zu greifbaren, anwendbaren Konzepten werden?

Rahmenprogramm Politisches Solo
15.02. Unsinn als politische Strategie?
im Anschluss an die Performance
“Das Moment der Unterbrechung im zeitgenössischen Theater” (Anneka Esch-van Kan, Theaterwissenschaftlerin)
Was könnte es heute bedeuten widerständig zu sein? Welche Rolle mögen künstlerische Praktiken dabei spielen? Wie können wir den Rahmungen und Vorgaben begegnen oder gar entgehen, die unsere Perspektive auf konkrete politische Fragestellungen immer schon (vor-)formen? Esch-van Kan zeichnet nach wie in dieser Hinsicht gerade derEntzug von Sinn und die Unterbrechung von Bedeutungserzeugung politische Relevanz gewinnen. Sie skizziert wie neuere Formen politischen Theaters thematische Reflexion und ästhetische Subversion verbinden und fragt, ob wir Grund zur Hoffnung haben und wie ein politisches Theater des 21. Jahrhunderts beschaffen sein könnte.
Anneka Esch-van Kan studierte Theaterwissenschaft und Anglistik in Frankfurt/M., Gießen, Münster und Stony Brook (USA). Sie hat kürzlich ihre Promotionsarbeit zum politischen Theater in den USA an der Justus-Liebig Universität Gießen eingereicht.

16.02. Elend zeigen als politische Strategie?
im Anschluss an die Performance
Renzo Martens: “Enjoy Poverty” (2008)”Enjoy Poverty” verkünden die riesigen Neon-Buchstaben, die der niederländische Künstler Renzo Martens quer durch den Kongo transportiert. Armut sei das Kapital des Kongos, verkündet er der kongolesischen Bevölkerung, mit Bildern unterernährter Kinder könnten lokale Fotografen 1000 Dollar im Monat verdienen. Die provokante Dokumentation über Martens’ Projekt, die den Zynismus unseres Afrika-Bildes bloßlegt, wurde unter anderem bei der Berlin Biennale im Jahr 2010 gezeigt.

21.02. Konsumentenverantwortung als politische Strategie?
“Weltarmut, Moral und Konsum”
Daniel Saar (Ruhr-Universität Bochum)
Kann ein moralisches Konzept wie die Konsumentenverantwortung zu einer politischen Strategie werden? Reicht es, wenn wir bewusst, vielleicht sogar „ethisch“ einkaufen? Daniel Saar fragt, ob es sich bei Konsumentenverantwortung um ein angemessenes Konzept handelt, wenn es um verheerende globale Probleme geht.
Daniel Saar studierte Philosophie und Germanistik in Bochum und Göttingen. Er arbeitet an einem Promotionsprojekt zum Thema “Konsumentenverantwortung und Weltarmut”.

22.02. Kriegsfotografie als politische Strategie?
“Diskurse über den Nutzen von Kriegsfotografie”
Inga Schaub (Humboldt-Universität Berlin)
Welche Hoffnungen und Befürchtungen wurden seit ihrem Aufkommen an die Kriegsfotografie geknüpft? Welchen Einfluss hatten Bilder auf politische Ereignisse? Inga Schaub stellt dar, wie über Kriegsfotografie geredet wurde und zeigt an ausgewählten Beispielen, welche politischen Potentiale Bildern zugeschrieben werden.
Inga Schaub studierte Kulturpädagogik und Kulturwissenschaft in Mönchengladbach und Amsterdam. Sie arbeitet an der HU Berlin an einem Promotionsprojekt über Fotografie und Trauer.«

 
 
 
 


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