Dienstag 29.01.13, 12:14 Uhr

Endlich volljährig – bodo wird 18!

Am morgigen Mittwoch erscheint die „Geburtstags-Ausgabe“ des Straßenmagazins bodo. Für Samstag, den 23. Februar lädt bodo ab 10 Uhr in die Vereinsräume am Dortmunder Schwanenwall zu einer Geburtstagsfeier mit „Wintergrillen“ und Livemusik. Die Redaktion schreibt: »Im Februar 1995 erschien die erste Ausgabe des Straßenmagazins bodo. Zum 18. Geburtstag blickt die Redaktion zurück auf Krisen, Erfolge und turbulente Jahre. „Und obwohl sich viel geändert hat in den letzten 18 Jahren“, sagt Bastian Pütter, Redaktionsleiter bei bodo, „sind da auch Themen und Überzeugungen, die wir mitgenommen haben von den Anfängen bis in unsere neuen Räume in Bochum und Dortmund.“ Und er ergänzt: „Wenn wir uns hier umsehen, könnte man sogar meinen, bodo sei erwachsen geworden. Aber wer ist heutzutage mit 18 schon erwachsen…“
Ein weltweites Erfolgsmodell
Am Anfang stand ein gutes Beispiel. „Big Issue“, das britische Vorbild aller europäischen Straßenzeitungen hatte schon aufs Festland ausgestrahlt. Mit Hinz&Kunzt in Hamburg gab es ein innovatives Konzept zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit, das den Mieterverein Dortmund veranlasste, auch die Gründung einer Straßenzeitung im Ruhrgebiet anzustoßen.
Am Ende der Gespräche mit Einrichtungen und Trägern stand bodo als monatliches Magazin für Bochum und Dortmund, verkauft von Menschen auf der Straße: „Zwei Mark, eine Mark für den Verkäufer“.
Inzwischen sind soziale Straßenzeitungen eine weltweite, eng vernetzte Bewegung. Im Internationalen Verband der Straßenzeitungen (INSP) sind mehr als 100 Straßenzeitungen und -magazine organisiert, in 40 Ländern von Norwegen bis Südafrika, von Portugal bis Japan. Die monatliche Gesamtauflage ist inzwischen siebenstellig (!) und mehr als 200.000 Menschen in Armut konnten bisher durch soziale Straßenzeitungen ihre Lebenssituation verbessern.
Bei bodo sind es beinahe 1.000, die einen Verkäuferausweis ausgestellt bekamen, sich mit dem Verkauf etwas dazuverdienten und die Versorgungs- und Beratungsangebote des Vereins wahrnahmen. „Zurzeit verkaufen mehr als 100 Frauen und Männer das Straßenmagazin bodo“, sagt Oliver Philipp, Vertriebsleiter bei bodo und zuständig für Beratung und die Belange der Verkäufer. Das 40-seitige Magazin kostet 1,80 Euro, 90 Cent behält der Verkäufer. „Inzwischen gibt es Ausgabestellen in Dortmund, Bochum, Unna, Witten und Herne und Beratungsangebote in Dortmund und Bochum. Die Auflage konnte deshalb in den letzten Jahren auf inzwischen 20.000 erhöht werden, dass freut uns sehr.“
Das Straßenmagazin im Februar
Im „Geburtstags-Heft“ beschreibt die Redaktion die Entwicklung der letzten 18 Jahre, widmet sich aber auch wie gewohnt sozialen und Kulturthemen aus der Region:
bodo trifft Inke Arns, künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVerein (HMKV) in Dortmund, weltweit eine der ersten Adressen in der Präsentation von Medienkunst.
Auch im Winter, wenn es schneit: Die Redaktion besucht Fahrradkuriere und spricht über Zwiebelprinzip, Stürze und auf verschneiten Straßen überforderte Autofahrer.
Korruptionsskandale in Kliniken und die Diskussion um den Organspendeausweis: bodo spricht mit einer Transplantierten über das Warten auf und das Leben mit einem geschenkten Herzen.
Es ist noch Suppe da: Der Film „Jazzsoup“ über das Jazzorchester „The Dorf“ kommt ins Kino. bodo spricht mit Orchesterleiter Jan Klare und Filmemacher Ilias Ntais.
Weitere Themen im Heft: Selbsterfahrung Straßenzeitungsverkauf, die Künstlermesse Kunstbox im Dortmunder Depot, ein missratenes Küchenexperiment, das Ideenportal 365do.de, die GEZ, die Westfälische Rundschau, eine tätowierte Pommesschale in Witten, Bücher über den NSU und eine Unterschichtenbiografie, der kommentierte Veranstaltungskalender mit vielen Verlosungen (Triggerfinger, Robert Cray) uvm.
Geburtsfeier mit „Zirkus“ und „Wintergrillen“
Am Samstag, dem 23. Februar lädt der Trägerverein ab 10 Uhr zu einem ungezwungenen 18. Geburtstag im Kreis alter und neuer Freundinnen und Freunde, ohne Festreden und Abendgarderobe, dafür mit Balkan-Pop der Band „Zirkus“, Grill-Buffet und einigen Überraschungen.«

 
 
 
 


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