Donnerstag 17.01.13, 07:26 Uhr

Gewalt gegen wohnungslose Menschen

im Nationalsozialismus und heute

Das Antifa-Referat der ev. Fachhochschule zeigt vom 21. bis zum 31. Januar im Foyer der Fachhochschule die Ausstellung „Wohnungslose im Nationalsozialismus“. Diese Wanderausstellung wurde von der Bielefelder Arbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. konzipiert.  Am Dienstag, den 22. Januar wird Dirk Stegemann vom Berliner Arbeitskreis „Marginalisierte gestern und heute“ um 18.00 Uhr im Raum 111 der Fachhochschule einen Vortrag halten. In der Ankündigung heißt es:
»Im Januar 2012 wurden vor dem Düsseldorfer Landgericht zwei Männer zu neun Jahren Haft wegen Mord, bzw. Totschlag, an einem Obdachlosen verurteilt. Sie hatten im März 2011 ihn mit einem Holzknüppel erschlagen. Immer wieder schlugen sie auf sein Gesicht ein, ließen sich auf seinen Körper fallen, brachen ihm Brustbein und Rippen. Schwer verletzt starb der 59 Jährige. Die beiden Täter sahen ihm beim Sterben zu und entwendeten ihm seine spärliche Habe.
Der 18-jährige Hauptangeklagte gab im Prozess zu, dass er auf seiner Brust das Konterfei Adolf Hitlers und ein Hakenkreuz tattooviert habe. Sein Opfer, ein aus Vietnam stammender Familienvater, bezeichnete er als „Kanake“. Einen ausländerfeindlichen Hintergrund mochte das Gericht in dem mit „nahezu unbeschreiblicher Brutalität“ ausgeführten Mord nicht erkennen.
Mit dieser Auffassung könnte das Düsseldorfer Gericht in diesem Fall vielleicht sogar Recht haben Gewalttätigkeiten gegenüber Wohnungslosen Menschen gehören leider zur bundesrepublikanischen Normalität. Vertreibung durch die Polizei aus öffentlichen Bereichen, Beschimpfungen und Demütigungen durch Passanten, körperliche Angriffe durch Einzelne und Gruppen. Dies gehört zu den Erfahrungen vieler armer Menschen ohne Wohnung. Obdachlose leben oft in ständiger Angst Opfer von Attacken zu werden.
Wie kommt es, dass wir in einer Gesellschaft leben, die Menschen in Kategorien wie „wertvoll“ und „unnütz“ einteilt? Was sind die Kriterien die einen Menschen zu einem angeblichen „wertvollen“ oder „unnützen“ Mitglied der Gesellschaft werden lassen? Woher stammen diese Vorstellungen? Worin liegt deren Begründung? Und wie haben sich diese Auffassungen entwickelt?
Diesen Fragen möchten wir in einer Veranstaltung mit Dirk Stegemann vom Berliner Arbeitskreis „Marginalisierte gestern und heute“ nachgehen.«

 
 
 
 


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