Donnerstag 15.11.12, 19:22 Uhr

Critical Whiteness

Der notstand, Infoladen Bochum lädt am Freitag, den 23. November, 19.30 Uhr im Sozialen Zentrum zu einem  Vortrag ein: “Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist weiß.” In der Ankündigung heißt es: »Nach den Ereignissen auf dem No-Border-Camp in Köln und anderen Vorfällen im Vorfeld, befindet sich die Linke hierzulande in einer Debatte um die Konzepte “Critical Whiteness” und “Definitionsmacht”. Der notstand möchte dies zum Anlass nehmen, sich kritisch mit der Debatte auseinander zusetzen. Zum einen soll der theoretische Hintergrund erläutert werden, um sich später mit der Frage auseinander zu setzen, wie eine praktische Umgehensweise einer linken Bewegung damit aussehen kann. Der Vortrag mit anschließender Diskussion zu Critical Whiteness nimmt Bezug auf eine relativ junge Forschungsrichtung, die sich kritisch mit dem „Weißsein“ auseinandersetzt. In der bisherigen Rassismusforschung lag das Augenmerk primär auf der deprivilegierten Gruppe und weniger auf der privilegierten Gruppe, die einen (un-)bewussten Rassismus (re-)produziert. Somit schien Rassismus ausschließlich als „Problem“ derer, die davon betroffen sind, jedoch implizierte diese Sichtweise, dass sich Weiße wenig mit ihrer Privilegierung in einer rassistisch geprägten Gesellschaft auseinandergesetzt haben. So fordert Toni Morrison, eine bedeutende Vertreterin der afroamerikanischen Literatur, Anfang der 1990er Jahre einen Blickwechsel in der Erforschung des Rassismus. Nicht die Objekte des Rassismus sollen analysiert werden, sondern die Subjekte des Rassismus. Critical whiteness Studies möchten Whiteness als unsichtbare Norm in einer rassistisch geprägten Gesellschaft sichtbar machen. Was ist critical Whiteness und was hat das mit der Schwarzen Frauenbewegung zu tun? Ist man nicht mehr rassistisch, wenn man antirassistische Arbeit macht? Dies sind Fragen, auf die die Referent_innen im angekündigten Vortrag eingehen werden.«

 
 
 
 


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