Donnerstag 08.11.12, 17:53 Uhr
DGB: Debatte zur Rente mit 67 Jahren gehört in die Betriebe

Gigantisches Rentenkürzungsprogramm

Der DGB widerspricht dem örtlichen Arbeitgeberverband, der die Debatte um zur Rente mit 67 Jahren in einer Presseerklärung nicht als betriebliches Problem sieht. „Selbst wenn es dem Arbeitgeberverband nicht passt, diese Debatte gehört in die Betriebe. Dort wissen die Beschäftigten, dass sie die Arbeit bis ins hohe Alter gesundheitlich nicht schaffen. Da nützen auch keine wohlklingenden Worte des heimischen Verbandsgeschäftsführers. Hier wird ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm installiert und künftig wachsende Altersarmut manifestiert. Wir bleiben bei der Ablehnung der Rente ab 67“, so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
In Bochum, so der DGB, sind fast 30 % der Arbeitslosen zwischen 50 und 65 Jahre alt.
Bundesweit seien gerade einmal ein Viertel der Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Allein vor diesem Hintergrund mutet die Einführung längerer Lebensarbeitszeit an wie absurdes Theater, meint der DGB.
Anstatt sich den tatsächlichen Herausforderungen der demografischen Veränderungen zu stellen und Wege zu guter Arbeit für alle Beschäftigungsgruppen zu schaffen, appelliere der Arbeitgeberverband an die Eigenverantwortung der Beschäftigten.
„Irrtum liebe Arbeitgeber”, so Hermund, „altersgerechte Arbeitsplätze und Gesundheitsschutz sollten Themen in allen Betrieben sein. Insgesamt brauchen wir aber eine andere Ausrichtung in der Debatte um zukunftssichere Beschäftigung. Anstatt solange wie denkbar zu arbeiten, muss alles daran gesetzt werden, Jugendlichen eine Ausbildung und Übernahme nach der Lehre nach ihren Wünschen zu ermöglichen. Nach wie vor fehlen Ausbildungsplätze und viele Jugendliche bleiben auf der Strecke,“ mahnt Hermund.

 
 
 
 


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