Donnerstag 01.11.12, 13:05 Uhr
Dritte Bochumer DEFA-Filmtage im Endstation Kino

Generation der Grenzgänger

Vom 07. bis zum 11. November finden im Endstation Kino die dritten Bochumer DEFA-Filmtage statt. In Kooperation mit dem Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum werden unter dem Motto “Generation Grenzgänger” Klassiker der DDR-Filmgeschichte zu sehen sein. Im Anschluss an die Vorstellung von Ich war neunzehn wird am Samstag, den 10.11. der Schauspieler Jaecki Schwarz zu Gast sein, der mit der Rolle des Gregor Hecker 1968 seinen Durchbruch erlebte. Renate Krößner, die für ihre Rolle in Solo Sunny mit dem „Silbernen Bären“ ausgezeichnet wurde, ist am Sonntag, den 11.11. im Anschluss an die Vorstellung um 17.00 Uhr zu Gast.

Das Programm in der Übersicht

Mittwoch 7.11.2012, 19 Uhr
Die Flucht DDR 1977
Regie: Roland Gräf. Mit: Armin Mueller-Stahl, Jenny Groellmann, Winfried Glatzeder, Rolf Hoppe u.a. 94 Min
Ein Kinderarzt in einer DDR-Klinik plant ein Forschungsprojekt zur Senkung der Frühgeburtensterblichkeitsrate. Sein Plan trifft an höherer Stelle jedoch auf keine Gegenliebe. Um ihn dennoch verwirklichen zu können, entscheidet sich der Arzt, mit einer Organisation aus der Bundesrepublik zusammenzuarbeiten: sie kann ihm nicht nur die Flucht in den Westen, sondern auch eine Position als Chef in einer Klinik in Bayern ermöglichen. Wenig später findet sein Projekt in “Berlin”, Hauptstadt der DDR, allerdings auch Anerkennung und die nötige finanzielle Förderung. Da zudem das Privatleben des Arztes eine glückliche Wendung nimmt, sieht er keinen Grund mehr, die DDR zu verlassen, ignoriert den vereinbarten Fluchttermin und kann sogar zu einem Ärztekongress nach Köln fahren. Dort wird er jedoch bereits von seinem Fluchthelfer erwartet, der auf Vertragserfüllung besteht und ihm mit Nachdruck einen zweiten Termin diktiert …

Freitag, 9.11.2012, 19 Uhr
Das Beil von Wandsbek
DDR, 1950/51, Regie: Falk Harnack
Mit: Erwin Geschonneck, Käthe Braun, Willy A. Kleinau, Claus Holm, Gisela May
Hamburg 1934. Fleischermeister Albert Teetjen hat geschäftliche Sorgen und lässt sich in seiner Not auf ein furchtbares Geschäft ein: Die Nazis brauchen einen Henker für die Hinrichtung von vier Kommunisten. Aber das Blutgeld stürzt ihn in die Katastrophe.
Zum 125. Geburtstag von Arnold Zweig erinnern die Filmtage an seinen Roman über eine reale Episode, den Harnacks Film vorzüglich umsetzte. Doch der SED war das Ergebnis nicht „antifaschistisch“ genug. Der Film wurde schnell abgesetzt, Harnack ging in den Westen.

Samstag, 10.11.2012, 18 Uhr
Ich war neunzehn
DDR, 1968, Regie: Konrad Wolf
Mit: Jaecki Schwarz, Vasili Livanov, Rolf Hoppe, Dieter Mann, Jenny Gröllmann
Gregor Hecker, vor den Nazis geflüchtet, kehrt 1945 als sowjetischer Leutnant nach Deutschland zurück: Ist das noch seine Heimat? Viele Begegnungen wecken in ihm Zweifel. Aber er erlebt auch Befreite aus den KZs und letzte militärische Gefechte.
Konrad Wolf hat seine eigene Geschichte der Rückkehr nach Deutschland aufgearbeitet, kongenial unterstützt durch Werner Bergmann, einst Kriegsberichterstatter der Wehrmacht. Auch diese Pointe macht den Film zu einem Stück Zeitgeschichte.
Im Anschluss: Filmgespräch mit Jaecki Schwarz, für den die Rolle des Gregor den Durchbruch bedeutete.

Sonntag, 11.11.2012, 17 Uhr
Solo Sunny
DDR, 1980, Regie: Konrad Wolf
Mit: Renate Krößner, Alexander Lang, Dieter Montag, Klaus Brasch
Der große Traum vom Glück, von Erfolg und Liebe, ein tiefer Sturz und ein neuer Anfang – die Berliner Arbeiterin Ingrid Sommer macht als „Sunny“ Karriere als Popstar, aber beruflich wie privat gibt es eine Menge von Enttäuschungen, vor allem mit den Männern, die sie umschwärmen, anhimmeln, betrügen, beleidigen.
Mehr noch als durch die Story fasziniert Konrad Wolfs letzter Film als hinreißendes Dokument jugendlichen DDR-Lebensgefühls um 1980. Auch Günther Fischers Musik, Regine Dobberschütz’ Lieder und Bilder vom Prenzlauer Berg machten „Solo Sunny“ zu einem der populärsten DEFA-Streifen.
Im Anschluss: Filmgespräch mit Renate Krößner, die für ihre Rolle mit dem „Silbernen Bären“ ausgezeichnet wurde.

Die Filmgespräche moderiert der Berliner DEFA-Experte Paul Werner Wagner.
Veranstaltet in Kooperation mit dem Institut für Deutschlandforschung der Ruhr-Universität Bochum
Mit freundlicher Förderung und Unterstützung durch die Bundesstiftung Aufarbeitung und die Defa-Stiftung

Kartenreservierungen und weitere Informationen
E-Mail: info@endstation-kino.de, Telefon: 0234 – 6871620, www.endstation-kino.de

 
 
 
 


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