Donnerstag 25.10.12, 13:03 Uhr

Gedenken am 9. November

Die zentrale Gedenkveranstaltung zum 74. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November findet in diesem Jahr bereits um 15.00 Uhr an Rande des Dr. Ruer-Platzes an der Ecke zur Harmoniestraße statt. Der Kinder- und Jugendring schreibt hierzu: »Am 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen und Gebetshäuser angezündet, wurden jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert, gab es zahlreiche Verhaftungen Unschuldiger und es wurden Menschen ermordet. Die Nazis ließen ihrem Hass auf Juden – auch in Bochum – für alle sichtbar freien Lauf und zerstörten die alte Synagoge. Diese Nacht war das Signal zum größten und schlimmsten Völkermord in der Geschichte der Menschheit.
Die Reichspogromnacht am 09. November 1938 führte der Weltöffentlichkeit drastisch vor Augen, dass Juden in Deutschland brutal verfolgt wurden. In Bochum und in vielen anderen Städten in Deutschland wird mit den alljährlichen Gedenkveranstaltungen dafür Sorge getragen, dass die traurigen Ereignisse im Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten und für die Zukunft mahnen.
In diesem Jahr soll an die Deportationen von 1942 von Bochum nach Riga, Zamosc und Theresienstadt erinnert werden.
1932 zählte die jüdische Gemeinde in Bochum noch mehr als 1100 Mitglieder. 1938 lebten noch 644 und 1941 nur noch 253 Juden in Bochum. Im Oktober 1941 wurde ihnen die Auswanderung aus Deutschland verboten. Kurze Zeit später begannen die Deportationen. 1942 wurden ca. 180 Bochumer Juden nach Riga (27.01.1942), nach Zamość (27.04.1942) und nach Theresienstadt (29.07.1942) deportiert.
Jugendliche der Melanchthongemeinde erinnern an die Deportationen und haben sich mit den Ereignissen um den Transport nach Riga befasst. Im Mittelpunkt stand dabei das Schicksal von Fanny Rath, die bis 1935 ein Möbelgeschäft in der Brückstraße 51 führte. Im Zuge der Arisierung wurde sie gezwungen, das Geschäft aufzugeben. Ab September 1939 musste Fanny Rath im Judenhaus leben. Sie wurde im Januar 1942 nach Riga deportiert. Dort verliert sich ihre Spur. Am 8. Mai 1945 wurde Fanny Rath für tot erklärt.«
Vor der zentralen Gedenkveranstaltung findet unter der Leitung von Dr. Hubert Schneider (Verein Erinnern für die Zukunft) um 13.00 Uhr ein Rundgang zu den Stolpersteinen statt, die in den vergangenen Jahren verlegt worden sind. Der Treffpunkt für den Stolpersteinrundgang ist an den Stelen (Harmoniestraße / Dr- Ruer-Platz).

 
 
 
 


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