Montag 08.10.12, 21:17 Uhr

Die vorhergesagte Stadtbadschließung

WAZ und Ruhr Nachrichten melden heute übereinstimmend auf ihren online-Portalen: Bochumer Stadtbad schließt nach Rohrbruch für immer und Schwimmbad in der Stadtgalerie wird nicht wieder eröffnen. Bis Ende der 80-er Jahre des letzten Jahrhundert hatte es an der Stelle der heutigen Galerie ein richtiges Schwimmbad gegeben. Als Stadtverwaltung und SPD es abreißen wollten, um dieses attraktive Grundstück in der Innenstadt einer kommerziellen Nutzung zuführen zu können, wehrte sich eine Bürgerinitiative dagegen und sammelte 44.000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt des Bades. Das Bürgerbegehren wurde aber nicht zugelassen, weil die Behörden einen Formfehler fanden. Um den Bürgerzorn zu beschwichtigen, wurde die heutige Galerie gebaut. Schon im März 1998 sagte das inzwischen verstorbene Ratsmitglied Jörg Drinnhausen den Inhalt der heutigen Pressemeldungen  voraus. Unter der Überschrift “Das neue Stadtbad – eine Übergangslösung zur Beruhigung des Bürgerprotestes” schrieb er im Grünspecht: »Die Verwaltung hat es bisher nicht geschafft, für das neue Bad einen Betreiber zu finden und ein durchgerechnetes Nutzungskonzept vorzulegen. Das Zusatzangebot zum Schwimmbecken (Sauna etc.) ist so klein dimensioniert bzw. fehlt ganz (z.B. Massage), daß eine langfristige rentable Vermarktung kaum möglich erscheint. Das scheint auch beabsichtigt zu sein, denn durch die Vorlage der Verwaltung wird der öffentliche Badebetrieb keineswegs auf Dauer gesichert, sondern nur befristet.
Danach ist der Abriß oder eine anderweitige Nutzung des Bades möglich. Die erheblichen städtischen Subventionen für Bau und Betrieb des neuen Bades hätten ausgereicht, das wesentlich größere alte Stadtbad zu renovieren und trotz Zuschußbedarf lange Zeit zu betreiben. So hätten auch die Interessen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden können. Angesichts der erheblichen städtischen Zuschüsse, die den Badebetrieb noch nicht einmal mittelfristig sichern, stellt sich die Frage, ob die Verwaltung die finanziellen und inhaltlichen Interessen der Stadt gegenüber dem Investor in ausreichendem Maße gewahrt hat, immerhin handelt es sich um eines der letzten Filetstücke in der City.«

 
 
 
 


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