Freitag 05.10.12, 10:25 Uhr

Ist das Konzerthaus ein “Musikzentrum”?

Die Initiative für ein Bürgerbegehren gegen das geplante Konzerthaus hat festgestellt, dass das von der Stadt Bochum veröffentlichte Nutzungskonzept für das sogenannte Musikzentrum und die nun vorliegenden konkreten Planungen in wesentlichen Teilen nicht übereinstimmen. Das Nutzungskonzept, mit dem Gelder beim Land und bei der EU beantragt und bewilligt wurden,  sah vor, dass das “Musikzentrum” mehr sei als ein Konzerthaus. Hier wird versprochen: »Das Musikzentrum wird zugleich ein zukunftsweisendes Modell und realer Raum für musikalische und diskursive Praxis sein: zwischen künstlerischer Exzellenz und instrumentalem Schnupperkurs, zwischen musikalischer Begegnung der Kulturen und hochkarätiger sinfonischer Musik, zwischen Education-Programmen und professionellem Produzieren, Erproben und „Performen“, fachlichem Workshop und wissenschaftlichem Kongress«. In der konkreten Planung sind weder die im Nutzungskonzept beschriebenen Räume für ein Education-Center noch für Workshops oder gar Kongresse vorgesehen. Die Initiative hat in einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft deshalb den Vorwurf erhoben: »Es entsteht der Verdacht, dass das „Musikzentrum“ tatsächlich nicht mehr sein soll, als ein Konzerthaus mit Musikschulalibi“, für das sich die Stadt mit der Darstellung falscher Angaben bei subventionserheblichen Tatsachen Fördermittel von der EU erschlichen hat.” Der städtische Kulturdezernent Townsend hat in einer Pressemitteilung alles andere als souverän darauf reagiert und der Initiative eine Peinlichkeit vorgeworfen, für die sie sich längst entschuldigt hat. Er beschwert sich: „Der Vorwurf, Fördermittel seien erschlichen, ist ungeheuerlich.“  Den Widerspruch zwischen propagiertem Nutzungskonzept und aktuellem Planungsentwurf entkräftigt er nicht. Indirekt bestätigt er, dass die im Nutzungskonzept beschriebenen Räumlichkeiten fehlen und behauptet, dass all die vollmundig versprochenen Visionen auch im abgespeckten Raumkonzept zu realisieren seien.

 
 
 
 


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