Freitag 05.10.12, 18:22 Uhr
IG Metall: Immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse

Die Politik sieht tatenlos zu

Zum Welttag für menschenwürdige Arbeit hat die IG Metall heute mit Aktionen gegen “Befristungen, unbezahlte Praktika, Leiharbeit und vermehrt auch Werkverträge” protestiert.  “Diese prekären Beschäftigungsverhältnisse werden zunehmend von Unternehmen missbraucht. Und die Politik sieht tatenlos zu, heißt es in einem Flugblatt, das u. a. vor den Werkstoren von Doncaster und Johnson Controls verteilt wurde. Weiter heißt es darin:  “Unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse haben in den letzten Jahren rasant zugenommen. Die Ziele dieser falschen Personalstrategie sind klar: Mitbestimmung der Betriebsräte aushebeln, Tarifverträge umgehen und Kostensenkung auf dem Rücken der Beschäftigten betreiben. Die Folge: immer mehr tariflose Arbeit. Unsichere Beschäftigung breitet sich bis ans Fließband und an den Leitstand aus, ganze Schichten und Abteilungen – von Service bis Entwicklung – werden per Werkvertrag an Fremdfirmen ausgelagert. Seit 2004 sind Leiharbeit, Befristungen, Werkverträge und Minijobs stark angewachsen. Heute arbeitet jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland für einen Niedriglohn und die junge Generation wird in prekäre Beschäftigungsverhältnisse abgedrängt. Das bezeichnet die Politik als Wachstumsprogramm, preist den Niedriglohnsektor weiterhin als Chance auf sichere und gute Arbeit und nimmt schlechte Arbeitsbedingungen billigend in Kauf – statt sich ihrer Verantwortung gegenüber den Beschäftigten zu stellen. Die Politik hat dem Drängen der Unternehmer und ihren Verbänden nachgegeben und die Schutzrechte der Beschäftigten ausgehöhlt: Weil der Lohn nicht zum Leben reicht, müssen viele Beschäftigte ergänzende Sozialleistungen beziehen und sind von Armut im Alter bedroht. Und Sozialkassen und Kommunen müssen sinkende Einnahmen aus Steuern und Beiträgen verkraften. Während von dieser Politik nur die Unternehmen profitieren, müssen die Kosten von der Gesellschaft – uns allen – getragen werden. Die Politik entzieht sich ihrer Verantwortung. Stellen wir uns gemeinsam gegen diese Entwicklung – für sichere und faire Arbeit.” Das Flugblatt als PDF-Datei.

 
 
 
 


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