Freitag 28.09.12, 19:07 Uhr
Das „Musikzentrum“ - Beispiel für unfaire Verteilung von Steuern

Konzerthaus Umfairteilen

Die Initiative für ein Bürgerbegehren gegen das Konzerthaus schreibt: »Zwar wurden von privaten Spendern ca. ein Drittel der Baukosten aus Spenden für das Vorhaben „Musikzentrum“ zusammen gebracht, zwei Drittel aber begleichen letztlich die Steuerzahler. Das Geld, das für den Erhalt und Unterhalt von Musikzentrum und Jahrhunderthalle zukünftig aufgebracht werden muss, muss zwangsläufig bei anderen Leistungen und der Stadt eingespart werden. Von diesen Einsparungen sind fast alle Bürger irgendwie betroffen.
Allerdings besuchen nur etwa 10.000 – 15.000 Bochumer jedes Jahr die Konzerte der Bochumer Symphoniker, dass sind nur 2,7 – 3,7% aller Bochumer.*
“Das Vorhaben Musikzentrum ist somit leider ein Beispiel für politisch gewollte unfaire Verteilung von öffentlichem Geld und Steuermitteln”, erklärt Wolfgang Hoinko vom Sprecherrat des Bürgerbegehrens.
“Die Konzertbesucher bezahlen für eine Konzertkarte derzeit maximal 32 Euro. Die Stadt bezuschusst jede verkaufte Karte mit zusätzlich 400 Euro, jeden Konzertbesuch mit 207 Euro (http://buergerbegehren-musikzentrum.de/wp-content/uploads/2012/09/St%C3%A4dtischer-Zuschuss-Konzerthaus.pdf)”, so Hoinko weiter.
Auch die städtischen Beteiligungsgesellschaften wurden von der Politik verpflichtet mit ihrem Beitrag das „Musikzentrum“ und die BoSy zu subventionieren:
- Sparkasse: 1.500.000 Euro, Spende für Bau des Musikzentrums und Sponsor der BoSy
- Stadtwerke: 500.000 Euro, Spende für Bau des Musikzentrums und Sponsor der BoSy
- VBW: Stifter bei der Stiftung Symphonie, Spende in unbekannter Höhe
- BoGeStra: Sponsor der BoSy
- USB: Sponsor der BoSy
Das bedeutet, viele Bochumer Bürger finanzieren nicht nur über ihre Steuern die Konzertbesuche einiger weniger Bürger in einem erheblichen Umfang sondern auch noch durch ihre Miete, ihre Kontoführungsgebühren, Fahrpreise, die Müllentsorgung sowie die Energieversorgung.
Manche privaten Spender meinen sich durch ihre Spenden quasi das Recht erkauft zu haben, dass ihre Eintrittskarten großzügig von der Stadt bezuschusst werden. Ein solches Recht besteht nach Meinung der meisten Bochumer Bürger jedoch tatsächlich nicht.
Den meisten Spendern war nicht bewusst, welche enormen Folgekosten die Stadt sich aufgrund des Baus des Musikzentrums und dem damit verbundenen Kauf der Jahrhunderthalle auf Jahre aufhalsen würde. Wären die Spender ehrlich über diese Zusammenhänge aufgeklärt worden, sicher hätten sich viele gegen eine Spende entschieden.
“Bei Musikzentrum und BoSy subventioniert die Stadt nicht etwa nur bedürftige Bürger, sondern alle Konzertbesucher mit unverhältnismäßig hohen Beträgen ganz unabhängig davon, ob sie sich eine Karte leisten können oder nicht. So schenkt die Stadt auch den Bürgern 400 Euro pro verkaufter Karte, die andererseits auch bereit sind, 200 Euro und weit mehr für eine Champions-League-Spiel oder ein Madonna-Konzert zu bezahlen.
Das ist doch nicht fair. – Die städtische Subventionierung geht im Falle des Konzerthauses weit über ein erträgliches Maß hinaus”, hebt Hoinko hervor.«

 
 
 
 


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