Mittwoch 19.09.12, 14:46 Uhr

Flüchtlinge fordern gleiche Rechte

Heute haben sich protestierende Flüchtlinge, die sich auf einem Protestmarsch von Würzburg nach Berlin befinden, mit örtlichen UnterstützerInnen, interessierten BürgerInnen und einer studentischen Delegation aus Tunesien im Bahnhof Langendreer getroffen, um über die Lebenssituation in den deutschen Flüchtlingslagern und über ihre politischen Forderungen zu informieren. Seit Anfang 2012 nehmen die Proteste von Asylbewerbern in Deutschland zu, insbesondere seitdem sich der iranische Flüchtling Mohammed Rahsepar in Würzburg das Leben genommen hat und zwei iranische Flüchtlinge sich die Münder zugenäht hatten und in Hungerstreik getreten waren. Inzwischen hat sich in verschiedenen deutschen Städten eine Protestbewegung von Flüchtlingen entwickelt. Seit dem 8. September ziehen Flüchtlinge in zwei „Karawanen“ von Würzburg nach Berlin, um gegen die für sie geltenden unmenschlichen Lebensbedingungen und das miserable Asylrecht in Deutschland zu protestieren. “Wir führen diesen Protestmarsch von Würzburg nach Berlin durch, um gegen die Residenzpflicht zu verstoßen”, sagt Ashkan Khorasani, Flüchtling aus Iran. “Wir werden alle Flüchtlinge versammeln und in Berlin gegen die Flüchtlingsgesetze protestieren. Dort werden wir streiken.”
Ashkan Khorasani verdeutlichte vor allem die politischen Forderungen der protestierenden Flüchtlinge, zu denen insbesondere die Abschaffung aller Flüchtlingslager in Deutschland, die Abschaffung der Abschiebegesetze, die Abschaffung der Residenzpflicht und die Abschaffung der Arbeitsverbote für Flüchtlinge zählen. Und er sprach über seine Motivation, an dem Protestmarsch teilzunehmen: „Als Flüchtling ist man hier in dieser Gesellschaft der Letzte in der Reihe, und das hat man uns spüren lassen. Das einzige, was uns hier übrig bleibt, ist zu kuschen, Anordnungen zu befolgen – ohne Rechte. Das merkt man vom ersten Augenblick an, in dem man ins Flüchtlingslager kommt.“ Nach der Station im Bahnhof Langendreer werden die Flüchtlinge und ihre UnterstützerInnen nach Werne im Kreis Unna fahren, um in dem dortigen Flüchtlingslager mit den BewohnerInnen über ihre Situation zu sprechen.

 
 
 
 


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