Dienstag 18.09.12, 13:40 Uhr
Der DGB zum Ausbildungsangebot der ArbeitgeberInnen:

Eine beschämende Bilanz

Der DGB schreibt: »3.933 ausbildungswillige und -fähige Jugendliche haben sich bisher im Ausbildungsjahr 2011/2012 bei der Agentur für Arbeit Bochum gemeldet. Demgegenüber stehen 2.510 Ausbildungsplätze die Arbeitgeber über die Agentur besetzten wollten. Damit steigt die Zahl der Jugendlichen, die eine Ausbildung beginnen wollen gegenüber dem Vorjahr um 148 oder 3,9 %. Gleichzeitig sinkt das Lehrstellenangebot um 171 oder 6,4 %. „Eine beschämende Bilanz des Ende September endenden Ausbildungsjahres. Die betriebliche Lücke wird größer. Es fehlen über 1.400 Ausbildungsplätze, beklagt DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
Der auf dem Arbeitsmarkt von Vielen vermutete Facharbeitermangel könne nur durch mehr Ausbildungsplätze verhindert werden. Insbesondere im naturwissenschaftlich-technischen Bereich müssen mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden. Auch in der Pflege ist der Fachkräftebedarf besonders gravierend. Hinzu kommt der Logistikbereich in dem Fachkräfte gesucht werden.
„Ich rufe die Vertreter der Kammern und Innungen dringend auf, über einen Umlage der Ausbildungskosten nachzudenken. Wir brauchen mehr und bessere Ausbildungsplätze und die Kosten  müssen gerechter verteilt werden. Unter 30 % der Betriebe bilden aus. Die Anderen sparen sich das Geld. Die Krokodilstränen über den Facharbeitermangel sind nur echt, wenn signifikant mehr Jugendliche in Ausbildung kommen,“ so Hermund.
Auch müssten junge Menschen mit Migrationshintergrund besser in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert werden. Es fehlten qualitativ hochwertige Angebote, damit ihr Potential und ihre Zukunft nicht verschenkt werde.
Nur 70 Prozent eines Jahrgangs habe die Chance eine Berufsausbildung zu beginnen. Dementsprechend haben auch 17 Prozent aller Menschen unter 29 Jahren in Deutschland keine abgeschlossene Berufsausbildung. Ihre Arbeitslosigkeit oder ihre Beschäftigung im Niedriglohnsektor ist vorprogrammiert.
Dazu Tim Ackermann, Jugendbildungsreferent des DGB: „Es darf nicht sein, dass sich ganze Klassenverbände für die „Warteschleifen“ an den Berufskollegs anmelden müssen, weil sie keine Möglichkeit haben, eine Berufsausbildung zu beginnen. Die Wirtschaft ist gefordert: Wir müssen alle Jugendlichen mitnehmen! Dazu brauchen wir eine Ausbildungsgarantie und die wird nur mit einer Umlage der Kosten bei allen Unternehmen gelingen.“«

 
 
 
 


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