Mittwoch 12.09.12, 17:05 Uhr

Das Jugendamt blamiert sich auf der Berufsbildungsmesse

Protest (links) gegen die EinladerInnen der Bundeswehr: (vrnl) Britta Anger, Dolf Mehring, Gabriela Schäfer

Die Berufsbildungsmesse in Bochum begann heute mit einem Eklat. Nachdem Aktive aus der Friedensbewegung und der BezirksschülerInnenvertretung mit Transparenten auf der Messe gegen die Anwesenheit der Bundeswehr protestierten, wollte das Jugendamt als Veranstalter der Messe weitere Kritik an der Bundeswehr nicht zulassen und verbot das Verteilen von Flugblättern. Als eine Schülerin und ein Schüler trotzdem weiter Flugblätter an Interessierte weitergaben, griffen private Security-Kräfte der Veranstalter ein. Mit erheblicher Gewalt attackierten sie die Schülerin und begrabschten sie sexistisch. Der Schüler wurde in den Schwitzkasten genommen und zum Notausgang gezerrt und dort gegen einen Türpfosten gestoßen. Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Rat Uwe Vorberg hatte den Vorgang beobachtet und empörte sich gegenüber dem Jugendamtsleiter Dolf Mehring und seiner Vorgesetzten der Sozialdezernentin Britta Anger (beide auf Ticket der Grünen im Amt). Ein Mitglied des Bochumer Friedensplenums fragte Dolf Mehring, ob es jetzt tatsächlich so sei, dass die Bundeswehr Werbung machen dürfe und Flugblätter der Friedensbewegung verboten seien. Er bejahte dies. Als das Mitglied des Friedensplenums dann trotzdem Flugblätter verteilte, rief das Jugendamt die Polizei und erteilte Hausverbot. Selbst die Polizeibeamten waren einigermaßen überrascht, dass ausgerechnet das Jugendamt so rigide mit Kritik an der Bundeswehr umgeht.
Das Verhalten des Jugendamtes führte dazu, dass sich eine Reihe von weiteren Menschen bereit erklärte, nun auch Flugblätter zu verteilen. Uwe Vorberg überzeugte schließlich die Verantwortlichen des Jugendamtes, dass sie sich nicht weiter blamieren und den Konflikt nicht weiter eskalieren lassen sollten. Für den weiteren Verlauf wurde dann das Verteilen der Flugblätter erlaubt.
Für das Friedensplenum war es bisher schon ein Skandal, dass das Jugendamt die Ausbildung zum Töten auf der Berufsbildungsmesse als normalen Beruf darstellen ließ. Wenn Kritik an der Bundeswehr mit brutaler körperlicher Gewalt unterdrückt wird, so eine erste Stellungnahme, dann sei eine Grenze überschritten: “Wir werden überlegen müssen, ob es dann noch angemessen ist, gegen die Bundeswehrpräsenz auf der Messe nur zu protestieren.”

 

1 LeserInnenbrief zu "Das Jugendamt blamiert sich auf der Berufsbildungsmesse" vorhanden:

LeserInnenbrief(e) zu "Das Jugendamt blamiert sich auf der Berufsbildungsmesse" als RSS


 

13. Sep. 2012, 07:06 Uhr

LeserInnenbrief von az bleibt! (in schöner erinnerung):

wer sich noch über herrn mehring, bzw. seine schweinereien wundern kann ist offensichtlich einfach zu jung, um sich an seine tätigkeit als lügner und polizeispitzel zu erinnern, mit dem er so tatkräftig und erfolgreich an der gewaltsamen räumung des antirassistischen zentrums mitgewirkt hat. wie heißt es noch so schön, stü-ber – lüg-ner, meh-ring, lehr-ling.
und unabhängig von dieser type sollte auch seine partei inzwischen jedem und jeder als partei der kriegstreiber bekannt sein, unabhängig vom alter.


Terminmitteilungen bitte an
redaktion@bo-alternativ.de