Dienstag 04.09.12, 13:00 Uhr
Der DGB warnt:

Auf dem Weg in die Altersarmut

Für den DGB in Bochum ist die Warnung von Ursula von der Leyen vor der absehbaren Altersarmut keine neue Erkenntnis. Allerdings gewinnt sie durch die Initiative der Ministerin eine erheblich höhere öffentliche Wahrnehmung.  „Es ist erst einmal gut so, dass die Ministerin selbst vor Altersarmut warnt und damit unsere Erkenntnisse stützt“, so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund, „leider fehlen nach der Bewertung der Lage, die richtigen Schlussfolgerungen.“ Bezug nehmend auf Daten des statistischen Bundesamtes rechnet der DGB mit tausenden Beschäftigten in der Stadt, die im Rentenalter arm sein werden. Das Amt sieht die Gefahr für mehr als ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten.
„Um die gesetzliche Rente wieder armutsfest zu machen, müssen wir schnellstens umsteuern und auf weitere Rentenkürzungen verzichten. Die Pläne der Bundesregierung zur Senkung des Rentenbeitrags zum Januar 2013 müssen verhindert werden. Im Jahr 2011 lagen die Durchschnittsrenten in unserer Stadt bei lediglich 705 Euro. Hätten wir heute schon das geplante Rentenniveau im Jahr 2030, läge die durchschnittliche Rente nur noch bei 610 Euro“, erklärte Hermund. „Die Rentenpolitik der schwarz-gelben Bundesregierung ist auf einem völlig falschen Weg. Trotz der bereits jetzt angespannten finanziellen Situation vieler Rentnerinnen und Rentner hält die Koalition im Bund an der Kürzung des Rentenniveaus fest.
Die finanzielle Situation der heutigen und zukünftigen Rentnerinnen und Rentner müsse wieder verbessert werden: Der Beitragssatz dürfe im kommenden Jahr nicht, wie zurzeit vorgesehen, gesenkt werden. „Der Beitragssatz muss schrittweise um je 0,1 Beitragssatzpunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber angehoben werden, bis er im Jahr 2025 fast 22 Prozent erreicht“, schlägt der DGB vor. Dem moderat steigenden Beitrag stünden aber deutliche Leistungsverbesserungen gegenüber, außerdem könnten Rücklagen für die Zukunft aufgebaut werden. Mit diesem Rentenmodell könnten weitere Rentenkürzungen verhindern und die Erwerbsminderungsrente spürbar verbessert werden. „Auch die Rente mit 67 könnte nach unserem Finanzierungskonzept ausgesetzt werden“, so Hermund.
„Auch hier gilt, „Umfairteilen“ ist gerechter. Wer die Rentenpläne von Frau von der Leyen verhindert will, muss sich am 29. September am Aktionstag in Bochum beteiligen, “ erinnert Hermund an die Demonstration.
Weitere Informationen unter: www.pott-umfairteilen.de

 
 
 
 


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