Donnerstag 16.08.12, 12:11 Uhr
NGG will „Zwei-Klassen-Belegschaften“ verhindern

4.808 LeiharbeiterInnen in Bochum

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) drängt auf eine gesetzliche Regelung zum Lohnschutz für LeiharbeiterInnen und schreibt: »Nur so könne eine drastische Lohn-Schieflage auf dem Arbeitsmarkt in Bochum verhindert werden. Darüber hinaus will die Gewerkschaft ein stärkeres Mitspracherecht für Betriebsräte in heimischen Unternehmen, wenn Chefs den Einsatz von Leiharbeitnehmern planen.
„Wer in Bochum in Unternehmen als Leiharbeiter tätig ist, muss den gleichen Lohn bekommen wie regulär Beschäftigte. Arbeitgeber müssen dazu per Gesetz verpflichtet werden. Mit dem ‚Billigheimer-Modell’ muss Schluss sein“, sagt Yvonne Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG Ruhr kritisiert die „Hängepartie“ der schwarz-gelben Regierungskoalition in Berlin. „Bislang tut sich hier nichts. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen setzt stattdessen auf freiwillige Branchenvereinbarungen – und drückt sich so vor einer gesetzlichen Regelung.“ Die NGG spricht von „Vogel-Strauß-Taktik“. Immerhin hätten die Unternehmen in Bochum 4.808 Leiharbeiter bei der Arbeitsagentur gemeldet.
Aussitzen sei der vollkommen falsche Weg. Der heimische Arbeitsmarkt brauche zügig faire Arbeitsbedingungen. Und dazu gehöre „gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – Equal Pay“. Das müsse endlich ins Gesetz. Ansonsten drohe in Bochum die Gefahr, dass Stamm-Belegschaften immer öfter durch billige Zeitarbeiter ersetzt würden. Yvonne Sachtje: „Gerade im Nahrungsmittelbereich versuchen immer mehr Arbeitgeber, normale Beschäftigte durch Leiharbeiter zu ersetzen. Und das mit katastrophalen Folgen für das Lohnniveau.“«

 
 
 
 


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