Dienstag 07.08.12, 14:32 Uhr
DGB: In Bochum fehlen 1.185 Plätze Krippenplätze

Umsetzung durch Umfairteilen möglich

Der DGB Ruhr Mark schreibt: »In einem Jahr soll für jedes Kind ein Krippenplatz zur Verfügung stehen. In Bochum gibt es derzeit für die 8.170 Kinder unter 3 Jahren 1.673 Plätze. Eine Versorgungsquote von 20,5 %. Um die Vorgaben des Bundes mit 35 % zu erfüllen, fehlen noch 1.185 Plätze. Im Bundesgebiet fehlen 230.000 Plätze, um die selbstgesteckten Ziele in Bund, Land und Kommunen zu erfüllen. Der DGB fordert daher einen verbindlichen Ausbauplan und eine faire Verteilung der Kosten. „Die Quote von 35 % ist noch lange nicht ausreichend um jedem Kind einen Krippenplatz zu gewährleisten. Aber selbst von diesem Ziel sind die Kommunen weit entfernt. Bochum will bis zum nächsten Jahr weitere 206 Plätze schaffen. Das reicht lange nicht aus, ist aber für die Stadt ein finanzieller Kraftakt, der Respekt verdienst,“ so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
Ein Jahr vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz fordert der DGB einen verbindlichen Ausbauplan. “Wir brauchen dringend einen Krippengipfel, um verbindliche Absprachen zu treffen”, sagte Hermund. “Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige muss kommen. Ich schätze allerdings, die Nachfrage nach Krippenplätzen wird eher bei 60 % liegen. Eine Herkulesaufgabe für die Stadt.“
Bund, Länder und Kommunen seien weit davon entfernt, ab dem 1. August 2013 allen unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen zu können. „In den Kommunen fehlt das Geld. Man kann nicht Gesetze in Berlin beschließen und den Kommunen die notwendigen Finanzen vorenthalten. Wir werden die Aufgabe nur mit mehr Steuereinnahmen stemmen können. Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und einen Besteuerung von Finanzspekulationen wären sinnvolle Einnahmenquellen, die zur Finanzierung dieser gesellschaftlichen Notwendigkeit beitragen können. Die Demonstration am 29. September in Bochum unter dem Motto Umfairteilen ist gut geeignet auf diesen Missstand hinzuweisen“, schlägt Hermund vor.
Neben den Plätzen fehlt es auch an Fachkräften. Allein für das kommende Jahr würden etwa 20.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen, schätzt der DGB. Um diesem Fachkräftemangel etwas entgegen zu setzen, sollte Teilzeitbeschäftigten eine Vollzeitstelle angeboten werden. Motivierte und geeignete Frauen und Männern aus anderen Berufsfeldern müsste die Möglichkeit gegeben werden, in den Erzieherberuf zu wechseln. Dazu bedarf es jedoch klarer bundesweiter Standards für Umschulungsangebote und deren Finanzierung. Eine echte Durchlässigkeit unseres Bildungs- und Berufsbildungssystems sowie genügend Ausbildungskapazitäten an den staatlichen Fachschulen sei Voraussetzung. Parallel müssten die Qualität der Arbeitsbedingungen und die Vergütung verbessert werden.

 
 
 
 


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