Freitag 03.08.12, 17:32 Uhr
Lebensgefährliches Radfahren in Bochum

Ein zu erwartender Unfall

Klaus Kuliga, Vorsitzender des Bochumer ADFC schreibt: »Die Polizei Bochum teilte in einen Bericht über einen Verkehrsunfall auf der Dorstener Straße am Mittwoch, den 1. 8. 2012 mit: “Als sich plötzlich die Fahrertür eines der Pkws öffnete, blieb dem Radfahrer keine Möglichkeit mehr auszuweichen. … Eine 42-jährige Fahrerin, die parallel zum Radweg fuhr, erfasst den Radfahrer und schleuderte ihn zu Boden.”  Der Radfahrer wurde schwer verletzt. Unfälle dieser Art sind dort eigentlich zu erwarten. Wie an vielen anderen Stellen fehlen an der Dorstener Straße die erforderlichen Sicherheitsstreifen zwischen den parkenden Autos und dem Radfahrstreifen.
Die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) verlangen hier 0,5 m Abstand, zusätzlich zur Breite des Radfahrstreifens, der 1,85 m breit sein sollte. An der Dorstener Straße wird dieses Maß nie erreicht. Ob das Mindestmaß von 1,50 m (inklusive der Markierung zur Fahrbahn) durchgehend eingehalten wird, ist fraglich.
Die Addition von Mindestmaßen führt zu einer erhöhten Unfallgefahr für die Rad fahrenden Menschen. Zwischen zwei Autos “blieb dem Radfahrer keine Möglichkeit mehr auszuweichen”.
Der ADFC Bochum weist Verwaltung und Politik bei jeder Gelegenheit auf diese Gefahrenquelle hin und fordert die Einhaltung der erforderlichen Sicherheitsabstände, auch z.B. an der Wittener Straße. Politik und Verwaltung zeigen sich bislang wenig einsichtig.
Die Frage ist also: Wer tut etwas FÜR die Radfahrer in Bochum?«

2 LeserInnenbriefe zu "Ein zu erwartender Unfall" vorhanden:

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6. Aug. 2012, 02:36 Uhr

LeserInnenbrief von Andreas Seier:

Ich war vor wenigen Tagen in Kopenhagen und davon begeistert, wieviel Raum dem Radverkehr auf den Straßen gegeben wird. Alle Hauptstraßen verfügen über baulich von der Autofahrbahn UND vom Gehweg getrennte gradlinige Radwege, die i.d.R. so breit wie eine Autospur sind und nicht nur 1,50 Meter. Stattdessen verzichten die Verkehrsplaner in der dänischen Hauptstadt an den Hauptverkehrsstraßen lieber auf Autoparkplätze am Straßenrand.


 

8. Aug. 2012, 14:53 Uhr

LeserInnenbrief von Ben:

Von der siebten Klasse an bis weit hinein in die 13te bin ich jeden Tag über 2 Km mit dem Rad zur Schule gefahren und musste dabei eine stark befahrene Hauptstraße nutzen. Ich hatte nie einen Unfall. Bei allem Verständnis für die Forderung nach mehr/besseren Radwegen muss man doch zugeben, dass zahlreiche Unfälle mit Radfahrern auch durch diese mitverschuldet sind. Wie oft sieht man Radfahrer, die sich in Ampelschlangen zwischen den Autos nach vorne quetschen? Wie oft sieht man Radfahrer, die an roten Ampeln nicht halten, sondern “mal eben” den Gehweg benutzen? Ein bisschen mehr Selbstkritik und Umsicht und schon würden die Unfallzahlen deutlich sinken!


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