Montag 30.07.12, 17:23 Uhr
Die wahrscheinlich dümmste Pressemitteilung des Jahres der Stadt

Wer öffnet und schließt Schwimmbäder?

Die Stadt Bochum hat eingesehen, dass sie sich sogar überregional lächerlich macht, wenn sie an heißen Sommertagen ihre Schwimmbäder schließt. Aber statt einzugestehen, dass sie einen unsäglichen Beschluss gefasst hat, schreibt sie in ihrer Pressemitteilung: “Um in der verbleibenden Ferienzeit bei gutem Wetter ähnliche Einschränkungen wie in der letzten Woche zu vermeiden, haben die Beschäftigten der Bochumer Bäder von sich aus kurzentschlossen angeboten, bei gutem Wetter auf ihren eigentlich freien Tag zu verzichten und so bei entsprechender Witterung eine Öffnung der Freibäder auch an den eigentlichen Schließtagen zu ermöglichen.” Mit dieser Formulierung wird suggeriert, dass es sich bei der Frage der Öffnung oder Schließung der Freibäder um eine Entscheidung der Beschäftigten handelt. Das Presseamt der Stadt wird Schwierigkeiten haben, im Laufe des Jahres eine noch verdummendere Mitteilung zu veröffentlichen.
update: Die Ruhr Nachrichten haben die Verlautbarung der Stadt tatsächlich völlig unkritisch übernommen.

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30. Jul. 2012, 18:23 Uhr

LeserInnenbrief von Knut:

Was wäre denn die bessere Formulierung gewesen? “Auf Initiative von Beschäftigten und unter Zustimmung der Personalräte hat die Stadt Bochum beschlossen, dass (…)”? Ehrlich gesagt kein großer Unterschied, finde ich.

Die Stadt Bochum hat eigentlich ja wirklich fast immer Häme verdient. Aber hier halte ich es für eher redlich, wenn die städtische Bürokratie jetzt nicht so tut, als sei sie für die Problemlösung verantwortlich, sondern ehrlich zugibt, dass die Initiative von der Basis kam, als sie selbst versagte.


 

30. Jul. 2012, 18:33 Uhr

LeserInnenbrief von Martin Budich:

Die bessere Formulierung wäre in der Tat gewesen, dass die Stadt auf die Beschäftigten reagierte, als sie versagte. Entscheidend bleibt, dass es eine Entscheidung der Stadt und nicht der Beschäftigten ist.


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