Dienstag 10.07.12, 14:28 Uhr
DGB untersucht Beschäftigungssituation Älterer

Luxusproblem Fachkräftemangel

Der DGB Ruhr-Mark schreibt: »Die Zahl der älteren Arbeitslosen und der Langzeitarbeitslosigkeit steigt in unserer Stadt. Im letzten Monat waren 44,7 % aller Arbeitslosen länger als 2 Jahre ohne Beschäftigung. Ein Anstieg von 901 Menschen gegenüber dem Vorjahr. Allein 4.158 Menschen über 55 Jahren sind arbeitslos gemeldet, 122 mehr als 2011. Wer als Älterer seinen Job verliert, hat nach wie vor schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt. „ Der Anteil der Langzeitarbeitslosen ist bei den Älteren fast doppelt so hoch wie bei den Arbeitslosen insgesamt. Trotz der Debatte um einen Fachkräftemangel, scheint das Zukunftsthema in Bochumer Betrieben nicht angekommen zu sein. Es handelt sich wohl eher um ein Luxusproblem, das von der heimischen Wirtschaft nicht ernst genommen wird, “ meint DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund.
Dies geht aus einer Untersuchung des DGB zur „Beschäftigungssituation Älterer“ hervor. Zwar steigt auch die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer insgesamt an, doch die Regelaltersgrenze von 65 Jahren wird nur von einer kleinen Minderheit in sozialversicherter Beschäftigung erreicht. „Der Renteneintritt mit 67 Jahren ist damit für diese Menschen Utopie. Im Gegenteil, über 2.000 Langzeitarbeitslose werden in der Statistik nicht erfasst, da sie vorzeitig Rente beantragen wollen. Viele Ältere sind mangels Alternativen auf Mini-Jobs angewiesen“ erklärt Hermund. „Allein in Bochum ist die Zahl der Geringfügig Beschäftigten, sogenannten 400 € Jobs, bei über 50 jährigen im Zeitraum von September 2008 bis September 2011 von 10.689 auf 12.142 angestiegen.“
Es gibt eine Diskrepanz zwischen einer altersgerechten betrieblichen Arbeits- und Personalpolitik und der langjährigen politischen und wissenschaftlichen Debatte über den demografischen Wandel und die Sicherung der Fachkräfte für die Zukunft, stellt der DGB fest.
Altersgerechte Arbeitsplätze seien Mangelware. Gehandelt werde erst, wenn Probleme konkret sichtbar werden. „Die Weiterbildung und Qualifizierung für ältere Beschäftigte wird nicht systematisch angegangen. Dabei gibt es Mittel der Arbeitsagentur zu Unterstützung. Älteren Arbeitnehmern muss eine größere Wertschätzung im Betrieb entgegen gebracht werden.“ Gute Arbeit“ für alle Beschäftigungsgruppen, diese Erkenntnis sollte sich auch in Betrieben unserer Region durchsetzen,“ hofft Hermund. «

 
 
 
 


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