Donnerstag 05.07.12, 09:16 Uhr
Big brother is watching you:

Bochum noch totaler

Die Stadt Bochum schreibt in einer Pressemitteilung: »Erstmalig im Einsatz bei “Bochum Total“ ist am Samstag (7. Juli) von 16 bis 22 Uhr ein Flugroboter. Das teilen Feuerwehr und Polizei mit. Er überträgt Luftbilder an die Einsatzleitung der Feuerwehr. Das Pilotprojekt soll Feuerwehr und Polizei zusätzliche einsatztaktische Erkenntnisse durch Bilder aus der Vogelperspektive liefern. So können sie besser erkennen, wie sich die Besucherströme bewegen und wo es wie voll ist.« update:  Siehe auch Meldung vom 6.7.2012: Bochum jetzt weniger total.

10 LeserInnenbriefe zu "Bochum noch totaler" vorhanden:

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5. Jul. 2012, 10:43 Uhr

LeserInnenbrief von snoff:

Mit solchen – im ersten Augenblick sinvollen – Mitteln kann man natürlich die Akzeptanz für die totale Überwachung schaffen.


 

5. Jul. 2012, 12:03 Uhr

LeserInnenbrief von Interessierte:

Drohnen zur Überwachung

Aus der Sicht des Rettungsmanagements mit der Erfahrung von Duisburg u.a. Massenpaniken (in heißen Sommern) ist das sicher sinnvoll:
Stationäre Orte (Stadien, Autobahnen etc.) werden mit immobilen Kameras überwacht und Festivals mit mobilen Kameras.

Zur Panikforschung und Lenkung des Herdentriebes von Menschen:

http://www.wdr.de/Fotostrecken/wdrde/sport/2010/06/hermes.jsp?hi=Sport

http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2010/05/Manuskripte/ms100527Evakuierungs-Assi_Riebe.pdf

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/panikforschung-ueberleben-um-jeden-preis-a-708368.html

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/07/24/wdr-extra-03-loveparade-unglueck.xml

Untrennbar mit solchen technischen Mittel ist dennoch auch die stetig zunehmende Versicherheitlichung (= alles was nicht kontrolliert ist, stellt eine potenzielle Gefahr dar) des öffentlichen Raumes. So lange hier kein kritisches Bewusstsein herrscht ist der Vorwurf es handele sich auch um eine (polizeiliche) Überwachung des öffentlichen Raumes sicher berechtigt.

So kann davon ausgegangen werden, dass die Polizei die Dinger auch zur Strafverfolgung einsetzt und bei der WM 2014 (der Westpark) dann u.U. mit Drohnen überwacht wird.


 

5. Jul. 2012, 12:33 Uhr

LeserInnenbrief von Captain Future:

Wäre das nicht eine nette Aufgabe für die Jungs (und hoffentlich auch Mädels ! )vom Labor, das Ding funktechnisch zu übernehmen ? ;-)

R2D2


 

6. Jul. 2012, 10:28 Uhr

LeserInnenbrief von CyberPunk:

Ich frage mich gerade warum in der Pressemitteilung die Wörtchen “und Polizei” verschwunden sind. Dort steht aktuell nur noch “Das teilen Feuerwehr mit.”


 

6. Jul. 2012, 11:24 Uhr

LeserInnenbrief von Interessierte:

CyberPunks Frage ist vermutlich relativ einfach zu beantworten:

Der Stadt/Polizei/Justiz dürfte aufgefallen sein, dass die Polizei nicht ohne Anlass irgendwelche Videoaufzeichnung verwenden geschweige den erstellen darf. Wenn das aber so angekündigt wird, dann ist das halt peinlich.

Ich hoffe sehr dass es Screenshots der alten PM gibt.

Es steht aber zu befürchten dass die Polizei eh punktuell filmen wird: Im Zweifel wird vermutlich der Gummibegriff der “Gefahrenabwehr” unter dem alles und nix summiert werden kann verwendet.


 

6. Jul. 2012, 11:34 Uhr

LeserInnenbrief von Redaktion:

 

6. Jul. 2012, 12:04 Uhr

LeserInnenbrief von William:

George Orwell 1984 ist ja fast nur noch eine Lachnummer, im Vergleich zu dem was wir gerade erleben.
Und die Masse lässt das einfach mal so eben mit sich machen.
Politisches Desinteresse wird in den Schulen forciert, denn die wurde “zum Schutz” zum politikfreien Raum erklärt und die Schüler zu Lemmingen erzogen.
Wenn die jetzige Generation die jungen Menschen unter 30 nicht unterstützt, wird es wirklich schlimm enden und die neue “Unterdrückung” setzt sich durch. Bilderberger werden ihre Kapitalmacht weiter über die gekaufte Politik sichern und die meisten Politiker wissen eh kaum noch was im Ganzen passiert.


 

6. Jul. 2012, 13:04 Uhr

LeserInnenbrief von Martin Budich:

@Interessierte
Die ganze Geschichte befindet sich in einer Grauzone. In der Pressemitteilung der Stadt steht nicht, dass die Aufnahmen aufgezeichnet werden. Im Polizeigesetz NRW ist im § 15 geregelt: “(1) Die Polizei kann bei oder im Zusammenhang mit öffentlichen Veranstaltungen oder Ansammlungen, die nicht dem Versammlungsgesetz unterliegen, personenbezogene Daten, auch durch den Einsatz technischer Mittel zur Anfertigung von Bild- und Tonaufzeichnungen, von Teilnehmern erheben, wenn Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass dabei Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begangen werden.”
Wenn die Aufnahmen gespeichert werden, nutzt in diesem Fall die Polizei Aufnahmen, die die Feuerwehr macht. Wahrscheinlich ist dies bisher nicht gesetzlich geregelt.
Wenn der VW-Konzern eine Gesetzeslücke nutzt, um bei der Übernahme von Porsche einen Milliardenbetrag an Steuern nicht zahlen zu müssen, kann die Polizei auch eine Gesetzeslücke nutzen, um legal durch die Feuerwehr Überwachungsvideos zu erstellen.
Vielleicht ist aber auch nur ein Technik- und Überwachungsfan bei der Feuerwehr selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei sich ständig austauschen und damit auch die Infos der Überwachungskamera an die Polizei weitergegeben werden und die Polizei hat erst auf bo-alternativ von ihrem Glück erfahren.


 

6. Jul. 2012, 14:14 Uhr

LeserInnenbrief von riddig:

Hallo,

die zum EInsatz kommende Drohne ist von Airrobot, ich habe früher eng mit dieser Firma zusammengearbeitet, als sich diese gegründet hat und die Drohne entwickelt wurde.

Es ist richtig, dass man misstrauisch gegenüber solcher Überwachungsinstrumente sein sollte, aber diese Drohne ist eine reine Aufklärungsdrohne für Rettungseinsätze. Sie ist nicht zur Spionage oder für Waffensysteme gebaut. Ich selber bin diese Drohne bereits geflogen und habe sie im EInsatz gesehen, zb. bei Tagebaubrüchen in NRw um eine Übersicht zu liefern oder bei schweren Verkehrsunfällen und Großeinsätzen des Katastrophenschutzes. Für solche Dinge ist diese harmlose Drohne geeignet, da sie massgebend für wichtige ENtscheidung der EInsatzstelle vorort ist und somit über Leben und Tod entscheiden kann.
Gruß, Riddig


 

7. Jul. 2012, 14:57 Uhr

LeserInnenbrief von Steffi Streik:

“… diese Drohne ist eine reine Aufklärungsdrohne für Rettungseinsätze. Sie ist nicht zur Spionage oder für Waffensysteme gebaut.”

Schön, dass jemand mit Erfahrung aus erster Hand bestätigen konnte, dass hier ein weiterer Schritt zur totalen Überwachung getan wird und mal wieder der Staat nett klingende Gründe ausnutzt um Menschen bei ihrer Freizeitgestaltung zu beobachten.

Es ist natürlich beruhigend zu wissen, dass die Feuerwehr nicht direkt auf Brandstifter schießen kann/möchte.


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