Freitag 22.06.12, 11:00 Uhr
DGB: Fachkräfte kann man nicht vom Baum pflücken

Ausbildungsplatz-Umlage ist notwendig

Der DGB macht auf Zahlen aufmerksam, die das Schulverwaltungsamt vorgelegt hat: »Als erschreckend bezeichnet der DGB die Ergebnisse einer Befragung der Stadt Bochum zur Ausbildungssituation. Das Schulverwaltungsamt hat alle Entlassschülerinnen und Schüler von Förder-, Haupt-, Real-, und Gesamtschulen in den letzten Tagen befragt. Von den 2.138 Jugendlichen hatten bis Anfang Juni nur 304 einen Ausbildungsplatz. 1.564 (73,2%) werden ab Herbst weiter zur Schule gehen. Bei 72 war das Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen. „Bisher konnten nur 14,2 % der Schulabgänger mit einer betrieblichen Ausbildung versorgt werden. Eine katastrophal niedrige Zahl. Der weitere Schulbesuch ist für Viele eine Warteschleife, da sie noch schulpflichtig sind. Diese Zahlen lassen sich nicht schön reden.
Dieser jungen Menschen werden im nächsten Jahr wieder auf Ausbildungssuche gehen ohne ihre Chancen verbessert zu haben,“ so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. Die Schulverwaltung befragt jährlich die Entlassschülerinnen und Schüler und hat die Zahlen jetzt im Ausschuss für Bildung und Wissenschaft mitgeteilt. „Die Krokodilstränen der Arbeitgeber über einen kommenden Fachkräftemangel sind wenig glaubwürdig, angesichts dieser Zahlen“, meint Hermund
Die Situation werde sich im kommenden Jahr noch verschärfen. Durch den doppelten Abiturjahrgang drängen noch mehr Jugendliche auf den Ausbildungsmarkt. Der DGB sieht angesichts der aktuellen Daten auf dem Ausbildungsmarkt in Bochum allen Grund, weitere Anstrengungen für mehr Ausbildungsplätze zu unternehmen.
„Wir brauchen mehr betriebliche Initiativen für Jugendliche, die schon lange auf einen Ausbildungsplatz warten. Die Unternehmen sollten ein vitales Interesse an gut ausgebildeten Fachkräften haben. Da man diese aber bekanntlich nicht vom Baum pflücken kann, müssen die Betriebe selbst aktiv werden. Aber der Problemdruck scheint noch nicht groß genug, “ meint Tim Ackermann Jugendbildungsreferent beim DGB.
Wir dürfen es nicht zulassen, so viele jungen Menschen zu enttäuschen. Nur durch eine Umlage zur Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze wird das Problem zu lösen sein. Wer nicht ausbildet, muss zumindest zahlen! so Hermund abschließend.«
Die Ergebnisse des Schulverwaltungsamtes.

 
 
 
 


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