Samstag 09.06.12, 18:20 Uhr
Mitdenken im Schauspielhaus:

Globaler Kapitalismus –
Resignation oder Aufbruch?

Am Montag, den 18.Juni findet im Theater unten die nächste Veranstaltung der Bochumer Occupy Initiative zusammen mit dem Schauspielhaus statt. Dr. Burkhard Wiebel (Neurowissenschaftler) und Alisha Pilenko (Diplompsychologin) liefern einen Diskussionseinstieg zum Thema Resignation oder Aufbruch im Globalen Kapitalismus. In der Ankündigung heißt es: »Immer mehr Menschen werden in prekäre Beschäftigungsverhältnisse abgedrängt, Erwerbslose werden von den Jobcentern schikaniert, soziale Mindeststandards werden abgebaut, die Schere zwischen arm und reich klafft immer weiter auseinander. Während Leistungs- und Konkurrenzdruck gesamtgesellschaftlich zunehmen, schwindet im Zuge des neoliberalen Sozialabbaus der soziale Zusammenhalt.
Konsens ist: Es wird immer schlimmer – aber man kann ja nichts machen! Hilflosigkeit einer als übermächtig erscheinenden Finanzmacht gegenüber erzeugt Angst. Und Angst lähmt. Dem halten wir entgegen: Wissen ist Macht! Wissen kann sogar Gegenmacht bedeuten. Wir müssen also versuchen, die Mechanismen neoliberaler Ökonomie und Gesellschaftspolitik präzise zu erfassen. Dann sind wir auch in der Lage, alternative Konzepte zu entwickeln.
In der geplanten Veranstaltung sollen die Auswirkungen des neoliberalen Systems auf psychische Prozesse analysiert werden. Um diese genauer herauszuarbeiten, werden auch Ergebnisse moderner neurobiologischer Forschung hinzugezogen. In der Veranstaltung soll herausgearbeitet werden, wie sich die grundlegende Logik neoliberaler Ökonomie und Gesellschaftspolitik in einem Begriffspaar zusammenfassen lässt: Zerstörung und Aufbau. Dieses betrifft genauso ökonomische und soziale Zusammenhänge wie psychische Strukturen bis hin zu direkt messbaren Funktionen unserer Gehirne. Die Zerstörungskraft des neoliberalen Systems trifft den Nicht-mehr-Gebrauchten, den „Abgehängten“. Die konstruktive Kraft des Systems betrifft den „neuen flexiblen Menschentyp“, der gezwungen ist, sein „Humankapital“, d.h. seine im Produktionsprozess einzusetzenden geistig-emotionalen Kräfte, beständig zu optimieren.
Die weltweite digitale Vernetzung und damit einhergehende Dominanz von Kommunikation und Wissenschaft bergen aber auch große Chancen. Wir können an einer Befreiung unserer Existenz vom kapitalistisch-neoliberalen Denken entscheidend mitwirken.
Der Neurowissenschaftler Dr. Burkhard Wiebel und die Diplompsychologin Alisha Pilenko erforschen, wie der globale Kapitalismus Einfluss auf die persönlichen Verhaltensmuster nimmt und zu psychischen und psychosomatischen Erkrankungen führt, aber auch welche Chancen in einer globalen Kommunikationsgesellschaft liegen.
In der Veranstaltung sollen die Gefahren, in denen wir uns befinden und die Chancen, die sich uns gleichzeitig bieten, auf breiter Basis diskutiert werden.
Is’ halt so – is’ nicht mehr!
Gemeinsam was verändern!«
Montag, 18. Juni, 19:30 Uhr
Theater unten
Eintritt frei (Zählkarten)

 
 
 
 


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