Mittwoch 06.06.12, 13:59 Uhr

Kampf ums Brötchenverdienen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) schreibt: »In den Bäckereien in Bochum wächst der Unmut. „Um es im Bäckerdeutsch zu sagen: Den Gesellen in den Backstuben und den Verkäuferinnen am Tresen steht der Sinn eher nach Sauerteig als nach süßen Teilchen“, sagt Yvonne Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG Ruhr spricht von einer zu schlechten Bezahlung der Bäckereiangestellten. Die laufenden Verhandlungen dazu gehen Mitte Juni in die entscheidende dritte Runde. „Das Klima in den Backstuben heizt sich auf. Schon seit März warten die Beschäftigten in Bochum auf eine Lohnerhöhung“, so Sachtje.
Am Tariftisch will die NGG für die Beschäftigten in den heimischen Bäckereien 6 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Ein junger Geselle hätte dann am Monatsende rund 110 Euro mehr im Portemonnaie. Ebenso eine erfahrene Bäckereifachverkäuferin. „Ginge es allerdings nach dem Willen der Arbeitgeber, dann hätten die Beschäftigten künftig weniger in der Tasche. Denn die Arbeitgeber setzten auf realen Lohnabbau. „Zuletzt haben sie die Lohnerhöhung an so lange Laufzeiten geknüpft, dass damit noch nicht einmal die Inflation ausgefangen würde. Das ist eine Farce“, sagt Yvonne Sachtje.
Darüber hinaus weigerten sich die Arbeitgeber hartnäckig, Verkäuferinnen, die morgens vor 5 Uhr und abends ab 20 Uhr hinter der Ladentheke stehen, Zuschläge zu zahlen. Es gehe um ein paar Euro mehr, die ein paar Meter weiter für die Gesellen am Backofen längst selbstverständlich seien. In diesem Punkt will sich die NGG Ruhr auf keinen Fall die Butter vom Brot nehmen lassen.
Yvonne Sachtje appelliert an die Bäckermeister in Bochum, ihren Einfluss auf den Bäcker-Innungsverband Westfalen-Lippe geltend zu machen. Dieser müsse endlich Bereitschaft zeigen, einen neuen Manteltarifvertrag abzuschließen. Den letzten hatten die Arbeitgeber einseitig gekündigt. Es stehe „Spitz auf Knopf“, so Sachtje. Im neuen Manteltarifvertrag müssten Arbeitszeiten, Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Zuschläge geregelt werden.«

NGG Ruhr: „Klima in den Backstuben heizt sich auf“

Bochum: Letzte Chance auf Tarifeinigung für Bäckereien

 

Bäcker kämpfen ums Brötchenverdienen: In den Bäckereien in Bochum wächst der Unmut. „Um es im Bäckerdeutsch zu sagen: Den Gesellen in den Backstuben und den Verkäuferinnen am Tresen steht der Sinn eher nach Sauerteig als nach süßen Teilchen“, sagt Yvonne Sachtje. Die Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Ruhr spricht von einer zu schlechten Bezahlung der Bäckereiangestellten. Die laufenden Verhandlungen dazu gehen Mitte Juni in die entscheidende dritte Runde. „Das Klima in den Backstuben heizt sich auf. Schon seit März warten die Beschäftigten in Bochum auf eine Lohnerhöhung“, so Sachtje.

 

Am Tariftisch will die NGG für die Beschäftigten in den heimischen Bäckereien 6 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Ein junger Geselle hätte dann am Monatsende rund 110 Euro mehr im Portemonnaie. Ebenso eine erfahrene Bäckereifachverkäuferin. „Ginge es allerdings nach dem Willen der Arbeitgeber, dann hätten die Beschäftigten künftig weniger in der Tasche. Denn die Arbeitgeber setzten auf realen Lohnabbau. „Zuletzt haben sie die Lohnerhöhung an so lange Laufzeiten geknüpft, dass damit noch nicht einmal die Inflation ausgefangen würde. Das ist eine Farce“, sagt Yvonne Sachtje.

 

Darüber hinaus weigerten sich die Arbeitgeber hartnäckig, Verkäuferinnen, die morgens vor 5 Uhr und abends ab 20 Uhr hinter der Ladentheke stehen, Zuschläge zu zahlen. Es gehe um ein paar Euro mehr, die ein paar Meter weiter für die Gesellen am Backofen längst selbstverständlich seien. In diesem Punkt will sich die NGG Ruhr auf keinen Fall die Butter vom Brot nehmen lassen.

 

Yvonne Sachtje appelliert an die Bäckermeister in Bochum, ihren Einfluss auf den Bäcker-Innungsverband Westfalen-Lippe geltend zu machen. Dieser müsse endlich Bereitschaft zeigen, einen neuen Manteltarifvertrag abzuschließen. Den letzten hatten die Arbeitgeber einseitig gekündigt. Es stehe „Spitz auf Knopf“, so Sachtje. Im neuen Manteltarifvertrag müssten Arbeitszeiten, Urlaub, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie die Zuschläge geregelt werden.

 
 
 
 


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