Mittwoch 06.06.12, 14:17 Uhr
Der DGB zum "Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt":

Es fehlen noch 1.300 Stellen

Der DGB Ruhr-Mark schreibt: »Ende Mai sind die heimischen Unternehmen mit einem Minus von 1,9 % gegenüber dem Vorjahr bei den gemeldeten Ausbildungsstellen ins Hintertreffen geraten. „Die Betriebe in Bochum dürfen ihre Zukunft nicht verspielen. Wenn sie einen Fachkräftemangel prognostizieren, sollten sie in der Gegenwart alles tun, um diesen Gefahren entgegen zu wirken. Es sind noch 3 Monate bis Ausbildungsbeginn,“ mahnt DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. Die Bewerberzahl ist gegen den Trend um 7 % angestiegen. Aktuell sind bei der Arbeitsagentur 3.515 Bewerber und 2.265 Stellen registriert. DGB-Regionsvorsitzender Michael Hermund: „Diese Zahlen machen einen außerordentlichen Handlungsbedarf deutlich. Für unsere Region brauchen wir allerdings keine Fachkräfteanwerbung aus dem Ausland, wie die Bundesregierung jetzt anstrebt. Unsere Hausaufgabe ist es, unseren Jugendlichen eine Perspektive zu geben. Jetzt sind die Unternehmen in der Pflicht. Es fehlen mindestens noch 1.300 Stellen. Qualifizierte Bewerber gibt es genug. Ohne eine Umlagefinanzierung wird das Problem wohl nicht zu lösen sein. Zahlen müssen die, die nicht ausbilden. Das ist nur gerecht.“
Als besonderes Problem verweist der DGB darauf, dass die Zahl der Schulabgänger in den kommenden Jahren zurück gehen wird, 2014 aber der doppelte Abiturjahrgang auf den Arbeitsmarkt drängt.
„Unternehmen sollten jetzt an die Zukunft denken und sich die Fachkräfte von Morgen sichern. Dabei dürfen wir aber auch schwächere Jugendliche nicht aus dem Blick verlieren. Diese sind in den Zahlen der Agentur gar nicht berücksichtigt. Hier sind besondere Hilfen dringend notwendig. Gemeinsam mit der Wirtschaft und den Akteuren von Arbeitsagentur, Jobcenter, Kommune und Schule müssen wir auch für diese Jugendlichen eine Ausbildung organisiert. Dazu gehören auch außerbetriebliche Ausbildungsplätze,“ so Hermund.
Eine weitere Herausforderung macht der DGB in einigen Branchen aus. Hier müsse dringend die Attraktivität gesteigert werden. „Betriebe der Gastronomie und Hotellerie, im Nahrungsmittelhandwerk und Verkauf merken es an zurückgehenden Bewerbungen. Sie werden ihr Image verbessern müssen. Hierzu gehören bessere Arbeitsbedingungen und eine Entlohnung von der man leben kann. Die Übernahme und Berufschancen nach der Ausbildung sind wichtige Kriterien bei der Berufswahl. Ohne Verbesserungen werden diese Branchen zukünftig ein Fachkräfteproblem bekommen,“ meint Hermund.«

 
 
 
 


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