Freitag 18.05.12, 14:29 Uhr

Opel

Sevim Dagdelen, Bochumer Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke erklärt zu GM und Opel: „Opel geht dorthin, wo es den maximalen Profit bekommt. Dabei geht es lohnpolitisch auch über Leichen. Mit dem erzwungenen Lohnverzicht im britischen Werk Ellesmere Port haben sich die Beschäftigten dort sowie ihren Kolleginnen und Kollegen hier einen Bärendienst erwiesen. Der Lohnspirale nach unten wird so Tür und Tor geöffnet. Statt einen Keil in die Opel-Belegschaften der verschiedenen Standorte treiben zu lassen, müssen die Belegschaften solidarisch eine Lösung suchen, die in allen Werken den Erhalt der Arbeitsplätze sichert.
Die Opel-Belegschaften der einzelnen Werke in Deutschland noch innerhalb Europas dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Die Solidarität zwischen den Beschäftigten in Rüsselsheim und Bochum ist genauso überlebensnotwendig wie die Solidarität von den Arbeitern der Werke in Gliwice (Polen) und Ellesmere Port (Großbritannien). Mit der Auslagerung der Astra-Produktion im Zuge des erzwungen Lohnverzichts im britischen Werk Ellesmere Port sowie wegen der gezielten Lohndrückerei seitens der Opel-Führung im polnischen Werk Gliwice ist eine gemeinsame solidarische Gegenstrategie schwierig. Ein gemeinsames Handeln der Opel-Beschäftigten ist aber notwendig, wollen sie nicht die Zeche der krisenverantwortlichen Konzernführung von General Motors und Opel zahlen.
Die Linke steht solidarisch an der Seite aller Opel-Beschäftigten, egal an welchem Standort. Das unterscheidet uns auch von den Ministerpräsidenten der Länder Hessen und Nordrhein-Westfalen. Für uns ist ein existenzsicherndes Eigentumsmodell für Opel ähnlich beispielsweise der Saar-Stahl Stiftung unabdingbar, um Opel Bochum aus GM heraus zu lösen. Land und Bund sind jetzt aufgefordert, gemeinsam alles zu tun, um Werkschließungen und Massenentlassungen zu verhindern. Neben Nordrhein-Westfalen müssen auch Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen bei Opel einsteigen. Mit der Sperrminorität nach dem Beispiel von Volkswagen kann sichergestellt werden, dass Standorte und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Gegen die Mehrheit aus Arbeitnehmervertretung und Landesregierungen kann dann kein Standort geschlossen werden.“

5 LeserInnenbriefe zu "Opel" vorhanden:

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18. Mai. 2012, 17:00 Uhr

LeserInnenbrief von Falk Moldenhauer:

Opel gehört verstaatlicht bei demokratischer Kontrolle. Es gibt Wege zur Unterstützung von Konjuntur- und Beschäftigungsprogrammen.
Zur Finanzierung sozial und ökologisch sinnvoller Projekte wäre genug Geld vorhanden, wenn es dort geholt würde wo es ist: Nämlich bei den Multimillionären und bei den Maximalgewinnen der großen Finanzhäuser und Konzerne. Bloße Rhetorik hat hier keienen Platz. “Wettbewerbsfähigkeit” hat nicht die Vergrößerung des Marktes an sich zur Folge, sondern leglich die Neuverteilung der Marktanteile. Die Marktanteile, die die Unternehmen eines anderen oder gleichen Landes den anderen abjagen, schlagen bei den den anderen als Verlust zu Buche! Das gilt auch für Opel.
Hoch lebe die nationale und internationale Solidarität! (Falk Moldenhauer, Mitarbeiter der DKP-Bochum)


 

18. Mai. 2012, 22:51 Uhr

LeserInnenbrief von Max:

An Falk Moldenhauer,

Hoch lebe die Nationale Solidarität?

Ich habe keinen Bock auf bo-alternativ Parolen zu lesen, die ansonsten auf den Demonstrationen der Nazis gegröhlt werden.

Anscheinend hast du das falsche Parteibuch!

Max


 

19. Mai. 2012, 14:33 Uhr

LeserInnenbrief von Andreas Maluga:

Auf Grund der Veröffentlichung des Leserbriefes von Falk Moldenhauer möchte ich für den Kreisvorstand der DKP Bochum feststellen, dass wir uns von der Parole der “nationalen Solidarität” klar und deutlich distanzieren. Desweiteren ist er zwar Mitglied der DKP, aber sicher kein “Mitarbeiter der DKP” und somit auch nicht authorisiert, im Namen der DKP, Meldungen zu kommentieren. Wenn Falk Moldenhauer dies in der Öffentlichkeit tut, mag es höchstens seine persönliche Meinung sein. Das hätten wir dann intensivst mit ihm zu diskutieren!


 

19. Mai. 2012, 18:54 Uhr

LeserInnenbrief von Falk Moldenhauer:

Richtigstellung:

In der Tat habe ich von nationaler UND INTERNATIONALER Solidarität geschrieben, was nichts Anderes bedeutet, das sich die Belegschaften weder im Inland noch im Ausland auseinanderdividieren lassen. Dies geht im übrigen in Form und Inhalt mehr als eindeutig aus dem kritisierten Leserbrief und auch aus anderen öffentlichen antifaschistischen Stellungnahmen meinerseits klar hervor. U.A. der italienische Antifaschist und Kommunist Antonio Gramsci sah zwischen nationalen und internationalen Aspekten keinen Widerspruch, sondern eine dialektische Einheit. Das problemtisierte Wort “Mitarbeiter” scheint mir eher ein semantisches Problem zu sein. Der Kritiker “Max” leidet m. E. offensichtlich an selektiven Wahrnehmungsstörungen. Es bleibt dabei: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.


 

20. Mai. 2012, 21:50 Uhr

LeserInnenbrief von Max:

Du nimmst keinen kritischen Abstand von deiner Wortwahl “Nationale Solidarität”, füllst diese statt dessen noch inhaltlich und holst Dir höhere Weihen zu einer solchen Frechheit, indem Du Dich auf angebliche Äußerungen Antonio Gramscis beziehst.

Zeitgenosse Antonio Gramscis war Benito Mussolini. Einst Redakteur bei der sozialistischen Zeitung Avanti mutierte er mit nationaler und revolutionärer Rhetorik zum Duce des faschistischen Italiens. Wie er zu sagen pflegte der “proletarischen Nation”.

Deinen positiven Nationbezug gerade mit Gramsci zu begründen ist um so infamer, als dass Gramsci unter den Mussolini fast 10 Jahre in Haft saß und an den Haftfolgen verstarb.


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