Dienstag 08.05.12, 16:48 Uhr
Autor aus Nigeria zu Gast im Bahnhof Langendreer:

Helon Habila liest aus “Öl auf Wasser”

Am Montag, den 14.5. lädt der Bahnhof Langendreer um 19.30 Uhr zu einer internationalen Lesung im Rahmen der “WortWelten”-Reihe ein: Zu Gast ist der Autor Helon Habila aus Nigeria. Er liest aus seinem neuen Roman “Öl auf Wasser”. Die Lesung findet zweisprachig (englisch/deutsch) statt, der deutsche Text wird von einem Darsteller der freien Theatergruppe “Theater Gegendruck” gelesen. Der Krimi-Roman handelt von den gewaltsamen Konflikten um die Ölförderung in Nigeria: Die Ehefrau eines hochrangigen Mitarbeiters einer ausländischen Ölgesellschaft, die im Delta und vor der Küste nach Öl bohrt, verschwindet. Die Entführung ist offensichtlich das Werk einer Rebellengruppe, die gegen die Ölgesellschaften kämpft.
Als eine Lösegeldforderung eingeht, machen sich ein junger Journalist und ein gealterter Star-Reporter auf die Suche nach der Entführten. Es wird eine Reise ins Delta des Nigers hinein, ins “Herz der Finsternis”, in eine apokalyptische Welt, gezeichnet von Umweltzerstörung und Gewalteskalation. Hoffnung scheint einzig ein Dorf auf einer kleinen Insel zu vermitteln, das einen humanistischen, egalitären Gegenentwurf lebt, im Einklang mit der Natur.
Hintergrund des Romans ist der “Ölkrieg” im Nigerdelta, den Rebellen gegen die ausländischen Erdölkonzerne ausgerufen hatten um eine stärkere Beteiligung der einheimischen Bevölkerung an den Gewinnen aus der Ölförderung zu erreichen. Durch die Ölförderung werden in Nigeria massiv Umwelt und Lebensräume zerstört, Menschenrechte verletzt, Menschen werden vertrieben und getötet.
Zum Autor: Helon Habila (*1967 Kaltungo, Nigeria), studierte Literatur und lehrte an der Universität, ging dann nach Lagos, um als Journalist zu arbeiten. Für sein erstes literarisches Werk “Waiting for an Angel”, erhielt er den Caine Prize for African Writing und 2003 den Commonwealth Writers’ Prize für die beste Erstveröffentlichung. Habila lehrt kreatives Schreiben und lebt in den USA und Nigeria.

 
 
 
 


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