Samstag 05.05.12, 13:13 Uhr
Bombenstimmung bei Protest gegen „Pro NRW“

Eine Sirene ist eine Sirene…

...und keine Bombe

Die Antifaschistische Jugend Bochum schreibt: »Im Vorfeld der Protestaktionen gegen die rassistische Partei „Pro NRW“ wurde ein 18-jähriger Jugendlicher festgenommen, dem vorgeworfen wird, eine Vorrichtung in der Nähe des Kundgebungsortes von „Pro NRW“ deponiert zu haben, mit der anscheinend Lärm erzeugt werden sollte. Zunächst war die Polizei unsicher, ob es sich bei der Vorrichtung um eine Bombe handeln könnte, dies konnte jedoch im Laufe des Vormittags ausgeschlossen werden. In den Presseberichten jedoch war lange etwas von einer „Bombenattrappe“, später von einer „Lärmbombe“ zu lesen. „Wir sind überrascht, wie auch einen Tag nach dem Vorfall eine harmlose Lärmvorrichtung, die offenbar Rassistinnen und Rassisten stören sollte, mit einer Bombe in Verbindung gebracht wird.“, so Kevin Waschkowitz, der Pressesprecher der Antifaschistischen Jugend Bochum.
Waschkowitz weiter: „Nachdem bekannt wurde, dass es sich bei der Vorrichtung nicht um eine Bomben-Attrappe gehandelt hat, musste man zur Rettung der Bomben-Geschichte eine „Lärm-Bombe“ daraus machen.“
Bereits im Rahmen der sogenannten „Torten-Prozesse“ wurde versucht, einem linken Bochumer Aktivisten eine Nähe zum Bomben-Bau zu unterstellen. Damals wollte die Staatsanwaltschaft in einer auf einem Plakat abgebildeten Torte eine Bombe sehen und erhob Anklage. In letzter Konsequenz wurde der Aktivist freigesprochen.
Kevin Waschkowitz: „Wir sind gespannt, was die Staatsanwaltschaft dem jungen Mann nun vorwerfen möchte. Der wirkliche Bombenbauer von der NPD, Andre Zimmer, musste sich seiner Zeit über 10 Anklagen einhandeln, bevor Polizei und Justiz ernsthaft gegen ihn vorgingen.“«

2 LeserInnenbriefe zu "Eine Sirene ist eine Sirene…" vorhanden:

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6. Mai. 2012, 12:33 Uhr

LeserInnenbrief von Andreas:

Laut Wikipedia ist eine Bombe “ein Behälter, der mit explosivem Material gefüllt ist, das durch einen Zünder, einen Sensor oder eine Fernbedienung zur Explosion gebracht werden kann, um Zerstörung anzurichten bzw. Menschen zu töten.”

Macht euch mal den Spass und googelt nach dem Begriff “Lärmbombe”. Neben den Toptreffern mit Verweis auf die Bochumer Geschichte, findet ihr direkt verweise zum Einsatz von “Lärmbomben” in Bharain, Irak und Syrien.

Boah, muss das Leben in Bochum gefährlich sein;-)
Wer im o.g. Fall von einer “Lärmbombe” spricht, hat doch nicht mehr “alle Latten am Zaun”!

Bestimmte Personen in der Bochumer Justiz möchten mal wieder mit aller dummdreister Gewalt eine militarisierte, bombenlegende Linke in Bochum herbei phantasieren.

Aber wie der österreichische Dichter und Aphoristiker Ernst Ferstl schon gesagt hat:
“Was und wie andere über uns reden, sagt mehr über sie aus als über uns.”


 

7. Mai. 2012, 09:41 Uhr

LeserInnenbrief von Jakob Spatz:

Jau. Und das zum absolut falschesten Zeitpunkt. Wer zivilgesellschaftliche Intervention gegen Rassismus mit Bombenbau in Verbindung bringt leistet der Isolierung der Betroffenen und ihrer Verbündeten vorschub. Mit dem möglichen Ergebnis, dass gemeingefährlich-irre Salafist_innen die antirassistischen Proteste dominieren, konfessionalisieren und in der Rolle als Verteidiger_innen der Moscheegemeinden neue Anhänger_innen gewinnen können. Noch ne waren breite und konfessionsübergreifende Bündnisse so wichtig wie zur Zeit. Unverantwortlich handelt, wer oder welche dies sabotiert.


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