Dienstag 24.04.12, 18:01 Uhr
Polizeitypische Verletzungen in Bochum:

Von Steinen und Molotowcocktails

Wenn DemonstrantInnen auf völlig überdimensionierte Polizeiaufgebote z. B. bei einer Occupy-Demo vor dem Schauspielhaus oder bei der großen Antifa-Demonstration in Langendreer treffen, wird nach Erklärungen für diese Strategie der Staatsmacht gesucht: Was geht in den Köpfen der Verantwortlichen vor? Fachleute weisen immer wieder darauf hin, dass die Polizeiausbildung davon geprägt ist, DemonstrantInnen als gewaltbereite Feindbilder zu verinnerlichen. Wie das praktisch aussieht, lässt sich in einer Pressemitteilung der Bochumer Feuerwehr nachlesen, die das Presseamt der Stadt Bochum heute verbreitet hat. Danach werden z. Z. 12 Beamte der Breitschaftspolizei von der Feuerwehr zu Rettungshelfern ausgebildet. Wörtlich heißt es dann: »Höhepunkt der praktischen Ausbildung wird der Praxistag auf dem Übungsgelände der Wattenscheider Wache sein. Die Auszubildenden müssen an diesem Tag verschiedene polizeitypische Fallbeispiele wie z. B. Verletzungen nach Steinwürfen oder Angriffen durch Molotowcocktails meistern. Für eine realistische Darstellung der Situation werden die „Unfallopfer“ aufwendig geschminkt und Teile einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei sowie Teilnehmer eines Rettungsassistentenlehrganges spielen Demonstrationsszenen nach. Das gesamte Ausbildungskonzept wurde in enger Abstimmung mit der Polizei entwickelt, um die Beamten möglichst realitätsnah auf ihre späteren Tätigkeiten vorzubereiten.«
Fragen stellen sich: Wurden in Bochum in den letzten Jahrzehnten schon einmal PolizistInnen von Steinwürfen oder Molotowcocktails verletzt? Ist das in der Vergangenheit polizeitypisch gewesen? Bereitet sich die Polizei auf bürgerkriegsähnliche Zustände vor?
Die Pressemeldung der Bochumer Feuerwehr im Wortlaut.

 

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24. Apr. 2012, 19:53 Uhr

LeserInnenbrief von A.L.F.:

dazu passend…
…gibt es interessante Anmerkungen im Theorieorgan des linken Flügels der SPD – der Aprilausgabe der „Neue Gesellschaft Frankfurter Hefte“.
Dort hießt es zum Thema Krise: „Wenn verantwortliche Opposition nichts mehr nützt, was ist dann mit unverantwortlicher Opposition? Vielleicht passiert etwas, wenn die Leute einfach immer wieder Steine schmeißen?“

Molotowcocktails und Steinwürfe sind in Bochum aber so unwahrscheinlich (und ich will diese auch gar nicht), wie ein Stop des Musikzentrumbaus oder soziale Politik der SPD und deren Abnickergrüne.


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