Donnerstag 19.04.12, 12:02 Uhr

Arbeitgeber bleiben ausbildungsunwillig

Der DGB Ruhr-Mark nimmt zur Ausbildungssituation in Bochum Stellung: »Immer mehr junge Menschen in unserer Stadt suchen einen Ausbildungsplatz. Entgegen den Erwartungen sind die Bewerberzahlen gegenüber dem Vorjahr um 7,8 % gestiegen. Mehrfach wurde ein Rückgang der Schulabgängerzahl und damit der Bewerber prognostiziert. Bis Ende März sind nach Angaben der Agentur für Arbeit 3.125 Jugendliche an einer Berufsausbildung interessiert. 2023 von ihnen waren noch unversorgt. Sie suchten also noch eine Stelle für den Ausbildungsbeginn im Herbst.
„Es ist sehr erfreulich, dass sich immer mehr Jugendliche für eine Berufsausbildung interessieren. Wenn die Wirtschaft dieses Zeichen ernst nimmt, ist es mir um den Fachkräftebedarf der Zukunft nicht bange,“ so DGB Regionsvorsitzender Michael Hermund. Im vergangenen Ausbildungsjahr hatten bis Ende März nur 2.904 junge Menschen im Arbeitsagenturbezirk Bochum/Herne eine betriebliche Berufsausbildung angestrebt.
„Es besteht jedoch kein Anlass zum Jubeln. Die Bereitschaft der Betriebe geht zurück. Das sehe ich mit Sorge.
Ständig wird über einen zukünftigen Fachkräftemangel geredet. In Bochum scheint das noch nicht angekommen zu sein. Die Quote der ausbildenden Betriebe sinkt, “ meint Tim Ackermann, Jugendbildungsreferent des DGB. Bis Ende März wurden nur 1.986 Stellen bei der Arbeitsagentur Bochum gemeldet. 5 % weniger als im Vorjahr. Aktuell waren noch 1.271 Stellen unbesetzt. Somit fehlen aktuell mindestens 800 Stellen.
In Bochum sind im letzten Jahr mehrere Hundert Jugendliche in Berufsvorbereitungsjahre, Eingangsqualifizierungen, Berufsgrundschuljahren und Jungarbeiterklassen eingemündet. Der DGB schätzt die Zahl der Unversorgten auf insgesamt 1.500.
„Alles in allem kosten diese Warteschleifen den Steuerzahler und der Arbeitsverwaltung mehrere Millionen Euro pro Jahr. Gegen den Landestrend sinkt die Zahl der Ausbildungsstellen. Enttäuschen wir das Interesse der Jugend nicht. Zusätzliche Ausbildungsplätze müssen her, “ appelliert Hermund an die Unternehmen.
Auf sinkende Schülerzahlen zu warten, werde der Situation nicht gerecht. Die Bereitschaft der Betriebe auszubilden werde erst dann zunehmen, wenn die Kosten dafür gerecht verteilt werden. Darum bekräftigte Hermund die gewerkschaftliche Forderung nach einem Umlagesystem, um allen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz garantieren zu können.«

 
 
 
 


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