Mittwoch 18.04.12, 19:21 Uhr
Die Sozialen Liste kritisiert die Stadtverwaltung:

Ungenügende Antworten zum Sponsoring

Stadtwerke zahlen jährlich knapp 3 Mio. Euro an den VfL Bochum

Die Beantwortung einer Anfrage der Sozialen Liste im Rat zum Sponsoring der städtischen Töchter liegt jetzt vor. Die Soziale Liste schreibt dazu: »Daraus ergibt sich, dass die Stadtwerke Bochum den Profisport „aktuell“ mit jährlich rund 2,6 Mio. Euro finanzieren. Die VBW unterstützte „im letzten Jahr“ die Jugendarbeit des VfL mit rund 70.ooo Euro. Der USB, der „einzelne Sponsoringaktivitäten über Verträge mit dem jeweiligen Vertragspartner vereinbart“, will „Vertragsinhalte nicht veröffentlichen“. Die Sparkasse, mit Abstand umfangreichster Sponsor, verweigert erneut jegliche Antworten zu dem Themenkomplex und lässt lapidar ausrichten: „Wir bitten um Verständnis, dass wir für eine Veröffentlichung von detaillierten Angaben weiterhin keinen Raum sehen“.
Die Antworten auf unsere Anfrage sind nach wie vor mehr als ungenügend“, urteilt Günter Gleising, Ratssprecher der Sozialen Liste. Die Soziale Liste wendet sich nicht gegen die Förderung von sozialen Projekten, Amateurvereinen oder der Bochumer Kultur, aber die Millionen für den Profisport und eine fragwürdige Eventkultur liegen nicht im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge und der Anforderungen, die die Gemeindeordnung NRW §. 107 stellt. Nuray Boraz, Ratsfrau der Sozialen Liste sagt dazu: „Damit werden Gelder von den Kunden, die Strom, Gas oder kommunale Dienstleistungen kaufen, für ein fragwürdiges Sponsoring zweckentfremdet.“ Stattdessen ist es aus Sicht der Sozialen Liste Hauptaufgabe von Sparkasse, USB, Bogestra und Stadtwerken Energie und Dienstleistungen zu fairen und bürgerfreundlichen Preisen zur Verfügung zu stellen.
Das fragwürdige Sponsoring schmälert nach Meinung der Sozialen Liste auch das Ansehen der städtischen Töchterfirmen. Stattdessen könnte deren Glaubwürdigkeit und soziale Kompetenz durch Maßnahmen wie die Einführung des Sozialtickets, ein gebührenfreies Giro-Konto und verbilligte Energie für arme Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bochum deutlich gesteigert werden. „Die städtischen Töchter und deren Stabilität als dem Gemeinwohl verpflichtete Unternehmen, können so gestärkt werden und Angriffen im Geist des Neoliberalismus besser begegnet werden“, sagt Günter Gleising.«

 
 
 
 


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