Mittwoch 04.04.12, 18:27 Uhr
Für einen emanzipatorisch-friedenspolitischen Ostermarsch Ruhr!

Erklärung des Bahnhof Langendreer

Zur Einladung von "Die Bandbreite" zum Ostermarsch in Duisburg

»Am 8. April wird der Ostermarsch Ruhr im Bahnhof Langendreer Station machen. Der Bahnhof Langendreer unterstützt diese Ostertradition der Friedensbewegung seit Langem jedes Jahr. Die Unterstützung friedenspolitischer Arbeit ist für uns selbstverständlich und politisch ein wichtiges Anliegen. Leider findet sich im Programm des Ostermarsch Ruhr in diesem Jahr auch eine Veranstaltung, die emanzipatorischen Anliegen absolut widerspricht: In Duisburg wurde zum wiederholten Mal die Band „Die Bandbreite“ eingeladen, die bekannt ist für ihre deutliche Offenheit nach rechts. Bei Einladungen und Auftritten der Band kam es regelmäßig zu Protesten. Die Kritik dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein, zumal in Duisburg, wo die Band herkommt. Wir finden, dass eine solche Veranstaltung im Ostermarsch keinen Platz finden sollte und distanzieren uns ausdrücklich von diesem Teil des Ostermarschprogramms!
Die Band tritt auf rechten und konservativ-reaktionären Veranstaltungen auf, vertritt extrem krude Verschwörungstheorien, propagiert nationalistische Positionen und kriegt dafür Beifall von rechts. Die Inhalte der Texte sind extrem problematisch und z.T. regelrecht abstoßend: Verschwörungstheorien zu den Terroranschlägen am 11. September 2001, populistischer Anti-Amerikanismus und Geschichtsrevisionismus, NS-Verharmlosung, homophobe Ressentiments, extrem sexistische, frauenfeindliche Inhalte – genug Material, um Gruppen mit einem emanzipatorischen Anliegen zu überzeugen die Band fernzuhalten von linken Events und Aktionen.
Dass  immer wieder – so auch beim Ostermarsch Ruhr – genau das Gegenteil passiert, sehen wir mit großer Sorge. Wir werden sehr genau im Vorfeld verfolgen, was im nächsten Jahr beim Ostermarsch  geplant ist – auch um frühzeitig intervenieren zu können. Wir unterstützen weiterhin ernsthafte friedenspolitische Arbeit, gleichzeitig erwarten wir von Initiativen der Friedensbewegung, die sich als emanzipatorisch verstehen, dass sie sich von verschwörungstheoretischen, anti-emanzipatorischen, nach rechts offenen politischen Positionen deutlich abgrenzen.«

4 LeserInnenbriefe zu "Erklärung des Bahnhof Langendreer" vorhanden:

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4. Apr. 2012, 18:36 Uhr

LeserInnenbrief von Martin Budich:

Ich unterstütze die Erklärung des Bahnhof Langendreer. Das Bochumer Friedensplenum trifft sich erst wieder am nächsten Mittwoch. Erst dann kann dort eine Position beschlossen werden
Es gibt keine zentrale Ostermarschplanung. Jede Initiative bestimmt vor Ort, was in ihrer Stadt läuft. Die Antifa Wattenscheid entscheidet, wen sie einlädt. Das Bochumer Friedensplenum entscheidet, was in Langendreer und Werne läuft.
Ich bin aber der Ansicht, dass wir in Zukunft darauf achten sollten, was in anderen Orten läuft und frühzeitig unsere Meinung dazu sagen.


 

23. Apr. 2012, 02:19 Uhr

LeserInnenbrief von Olaf Swillus:

Bahnhof Langendreer erhebt in seiner Erklärung schwere Vorwürfe gegenüber DIE BANDBREITE:

Auf Nachfrage wie Bahnhof Langendreer zu diesen Vorwürfen gekommen ist, wurde folgendes angeführt:

Inwischen käme es fast überall, wo die Band eingeladen werde, zu großen Auseinandersetzungen. Die Kritik sei also weit verbreitet und nicht aus der Luft gegriffen.

Damit besteht also nach Meinung von Bahnhof Langendreer, der Beweis, dass diese Kritik berechtigt sei, in der weiten Verbreitung dieser Kritik.

An dieser Art von Beweisführung, gibt es aber durchaus Kritik. Diese Kritik ist zwar noch nicht so weit verbreitet, aber dafür umso berechtigter.

Ich bedauere es, dass Bahnhof Langendreer diese unüberlegte Erklärung verfasst hat, denn jetzt wurde sie auch vom Blog “Ruhrbarone” weiterverbeitet und eine öffentliche Debatte darüber ist leider kaum noch zu vermeiden …


 

23. Apr. 2012, 09:03 Uhr

LeserInnenbrief von Martin Budich:

Das Bochumer Friedensplenum hat sich auf seinem Treffen am 11.4. einstimmig der Erklärung des Bahnhof Langendreer angeschlossen.
Ich finde es erschreckend, dass Menschen, die sich selber als links begreifen, die Augen davor verschließen, wie offen die Bandbreite in äußerst rechten Zusammenhängen agiert. Das beginnt mit dem Interview in der Jungen Freiheit und führt konsequent zum Auftritt der Bandbreite bei einer SVP nahen Veranstaltung. Die SVP hat in der Schweiz u. a. maßgeblich die Volksinitiative «Gegen den Bau von Minaretten» betrieben.
Die Bandbreiten-Mitglieder sind keine naiven Jugendlichen, die immer wieder versehentlich im rechten Spektrum zu finden sind. Das sind erwachsene Menschen, die ganz bewusst diese Nähe suchen. Sie distanzieren sich damit von der Linken. Einige scheinen es nur nicht zu merken.


 

23. Apr. 2012, 23:17 Uhr

LeserInnenbrief von Olaf Swillus:

Das Bochumer Friedensplenum hat sich einstimmig der Erklärung angeschlossen. Was wird damit bewiesen?

Dass Bahnhof Langendreer mit seiner Erklärung richtig liegt, oder dass beim letzten Treffen des Bochumer Friedensplenums nur diejenigen anwesend waren, die genau dieser Meinung sind?

Ist diese Meinung deswegen schon richtig?

Mir ist das als Begründung zu wenig.

Dazu: http://www.linksdiagonal.de/2012/04/23/bahnhof-langendreer-wegen-erklarung-in-erklarungsnot/


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